|
[ Land der 170 Burgen ] [ Schloss Aufsess ] [ Schloss Egloffstein ] [ Burg Goessweinstein ] [ Burg Pottenstein ] [ Burg Rabeneck ] [ Burg Rabenstein ] [ Burg Waischenfeld ] [ Schloss Greifenstein ] [ Kaiserpfalz ] [ Ruinen_Markt_Wiesenttal ] [ Ebermannstadt ] [ Schloss Seehof ]
Burg Rabenstein
Ab sofort wird professionelle
Erlebnisgastronomie mit Tagungen, Events, Hochzeitsfeiern geboten. Zusammen mit der
benachbarten Falknerei und der zur Burg
gehörigen Sophienhöhle entstand ein "Naturerlebnis" der besonderen Art. Die
Burg kann auch täglich gegen Gebühr besichtigt werden,
die Gutsschenke und der schattige Biergarten im Burgvorhof eignen sich
hervorragend für kurze Pausen und gemütliches Beisammensein.
Jeden Donnerstag ist "Burgtag", mit ständig wechselndem Programm
Öffnungszeiten: siehe blau hinterlegte Verlinkungen.
Sophie
at night
Die sophienhöhle ist bis mindestens ende oktober donnerstags bis
samstag jeweils von
18 bis 21 uhr geöffnet. der besucher hat die möglichkeit, die höhle
ganz alleine und individuell ohne führer und große gruppen zu erkunden.
fotografieren und filmen ist ausdrücklich erlaubt während dieser zeit läuft
ein computergesteuertes lichtprogramm, bestehend aus zahlreichen scheinwerfern
welche die höhle, deren einzelne sektionen und sensationellen
tropfsteinformationen mit unterschiedlicher dramaturgischer musikuntermalung
eindrucksvoll und aus hunderten von unterschiedlichen blickwinkeln inszenieren.
in der vorhöhle laufen auf 2 monitoren eindrucksvolle naturfilme, vor der
höhle auf dem romantischen vorplatz lädt ein prasselndes lagerfeuer und
kühles bier zum verweilen ein.
Siehe auch: http://www.burg-rabenstein.de
Geschichtlicher Abriss
Wer noch vor einigen Jahrzehnten auf der Straße von
Behringersmühle nach
Bayreuth
fuhr, gewahrte drei Kilometer nach
Oberailsfeld
bei einer Talwindung plötzlich vor sich die
malerische Burg Rabenstein, die Perle des Ailsbachtales. Der
älteste, ruinöse Bau - ganz vorne auf der Felsenspitze - ist
im letzten Viertel des 12. Jahrhunderts entstanden. Dieser kleine
Ansitz gehörte zur Herrschaft
Waischenfeld und kam nach dem
Erlöschen der dortigen Dynasten an deren Erben, die
Schlüsselberger. In diese Zeit - wohl kurz nach 1219 - fällt
der Ausbau der Vorburg. Der alte Brückenbogen, der beide
Wehrbauten verband, ist noch heute aus den Bauelementen zu erkennen.
Nach 1188 tritt ein Ministerialengeschlecht urkundlich hervor, das
sich nach der Burg nannte. Es führte den Raben im Wappen. Doch im
Laufe des 13. Jahrhunderts hatte es den Sitz Rabenstein aufgegeben und
sich ins
Ahorntal
zurückgezogen. In der Folge saßen die
Groß auf der Burg; sie nannten sich nach ihr Groß von
Rabenstein. Als die Schlüsselberger 1347 erloschen, gelangte
das Felsenschloss an die Burggrafen von
Nürnberg, die es an
verschiedene Adelige verliehen. 1400 übernahm Konrad von
Aufseß
die Burg. Dabei musste er sich dem Burggrafen
gegenüber verpflichten, innerhalb von drei Jahren 900 Pfund
Heller in sie zu verbauen. Dieser Passus lässt den
Schluss zu, dass Rabenstein im Verlauf des
Städtekrieges 1388 in Mitleidenschaft gezogen wurde, zumal das
nur drei Kilometer entfernte Rabeneck ja tatsächlich eingenommen
wurde. Im Hussitenkrieg scheint das Schloss verschont geblieben
zu sein. Doch der Fürstenkrieg zwischen dem Markgrafen Albrecht
Achilles von Brandenburg
und Herzog Ludwig von Bayern-Landshut
brachte 1460 die Zerstörung Rabensteins. Als nämlich 1489
Konz von Wirsberg von den Markgrafen Friedrich und Siegmund mit dem
Burgstall und Wale (= Stelle einer ehemaligen Burg) Rabenstein belehnt
wurde, war dies an die Bedingung eines Wiederaufbaues innerhalb von
acht Jahren geknüpft. Wörtlich bekannte der Wirsberger:
. . . das ich oder mein erben das vermelt wale Rabenstein in acht
jaren den nebsten mit purcklichen paw zurichten und bezymern sollen
...
Der Neubau umfasste Vor- und Hauptburg; hinzu kamen die beiden
Zwinger und die Halbrundtürme im Westzwinger sowie der heute noch
stehende runde Wartturm auf überhöhtem Fels östlich des
inneren Tortraktes. Nach dem Chronogramm 1495 am äußeren
Tor war der Bau bereits nach sechs Jahren wieder aufgeführt.
Von den Wirsberg ging das Lehen kurz an die Stiebar und
schließlich 1557 an die Rabenstein über, die damit nach
etwa drei Jahrhunderten ihren alten, namengebenden Stammsitz
zurück erworben hatten. Daniel von Rabenstein ließ 1570 die
Burg entscheidend umbauen. In der Vorburg entstand eine
dreiflügelige Renaissance-Anlage, deren Haupttrakt im Westen
stand, von dem zwei Seitenflügel nach Osten vorsprangen und die
dabei einen nach Osten offenen Innenhof bildeten. In ihm befand sich
der runde Wartturm aus der Wirsberg-Periode und nun neu ein ebenfalls
runder Treppenturm, dessen Ruinen bis 1829 standen. Seine gerundeten
Fundamente waren noch 1974 im Keller unter dem
Schlossgärtchen zu erkennen. Weiter fasste Daniel von
Rabenstein die beiden Burgteile baulich zusammen. Graben und
Felsspalt, die bisher Haupt- und Vorburg getrennt hatten, wurden
zugemauert; der einstige Brückenbogen ist noch immer im Mauerwerk
sichtbar. Ein weiterer Treppenturm führte zu den Räumen des
sog. "Rittersaales", dem Bau auf der äußersten
Südspitze. Die Wappen Daniels von Rabenstein und seiner Gemahlin
Margarete von Kerpen zieren noch heute das Schlossportal, das
nun - ebenfalls im Jahre 1570 - nach Einwölbung des
ursprünglichen Vorhofes mit dem neuen Renaissance-Gebäude
baulich verbunden und überdacht wurde. Über den breiten
Graben führte eine Stein- mit anschließender
Zugbrücke. Letztere ist inzwischen verschwunden, dafür die
Brücke bis an das Schloss geführt. Es ist anzunehmen,
dass der Wirtschaftshof damals schon ummauert wurde, obwohl die
Ringmauer erst 1656 erwähnt ist.
Leider ging die schöne Burganlage im Dreißigjährigen
Krieg zugrunde. Hans Christoph von Rabenstein hielt es mit den
Schweden. Nach deren Abzug fiel das erbitterte katholische Landvolk um
Waischenfeld, das vorher schwer zu leiden hatte, über die Burg
her und brannte sie nieder. Der größte Teil des Schlosses
blieb als Ruine liegen. Die Rabensteiner stellten lediglich einige
Gebäude im Westen der ehemaligen Vorburg wieder her; sie selbst
verlegten ihren Wohnsitz nach Kirchahorn und Weiher. Der
Wirtschaftshof vor dem Graben mit seiner Ringmauer wurde jedoch
völlig instandgesetzt; er musste ja die Einkünfte des
Geschlechts gewährleisten. Weitere Baumaßnahmen sind aus
den Jahren 1648 und 1656, ferner 1686 bis 1692 sowie 1728
nachgewiesen.
Mit Peter Johann Albrecht von Rabenstein starb 1742 das Geschlecht
aus. Die Grafen von Schönborn-Wiesentheid empfingen Rabenstein
vom Markgrafen als Rittermannlehen. Anlässlich eines
angekündigten Königsbesuches ließ Graf Franz-Erwein
1829/30 die Halbruine umgestalten. Dabei mussten leider
Ruinenteile eingelegt werden, darunter der 1570 errichtete Treppenturm
im Innenhof. Dieser ehemalige Burghof wurde jetzt mit Erdreich
aufgefüllt und damit ein reizender Burggarten geschaffen. Er war
bis 1975 eine viel besuchte Attraktion der Fränkischen
Schweiz. Ganz einmalig war die malerische Verbindung von Ziergarten
und Ruinenteilen - ein unvergessener - Anblick für jeden
Besucher-. Eine Radierung von Felix Grünewald aus dem Jahre 1829
sowie Zeichnungen von Ostertag und Lebschee veranschaulichen den
Zustand der Ruine vor dem Umbau 1829/30. Gleichzeitig ließ der
Graf zwischen der Ailsbachtalbrücke im Südwesten der Burg und
der Schweinzmühle einen Landschaftsgarten anlegen, der die Ludwigshöhle
und das Schneiderloch sowie die 1833 entdeckte
Sophienhöhle
mit einbezog. Letztere zählt zu den
schönsten Tropfsteinhöhlen Deutschlands. Hoch über ihr
thront auf steilem Fels die romantische Kapelle Klausstein, deren
Lage schon Ludwig Richter 1837 begeisterte.
Die Öffnungszeiten finden Sie hier
Aus: Gustav Voit, Brigitte Kaulich, Walter
Rüfer: Vom Land im Gebürg zur Fränkischen Schweiz -
Eine Landschaft wird entdeckt. Verlag Palm & Enke
Erlangen 1992.
|