Osterbrunnen in der Fränkischen Schweiz | Urlaub in Franken

Navigation

Über Google+ teilen!

Der Ursprung der Osterbrunnen

Seit über hundert Jahren schmücken Einheimische zur Osterzeit zahlreiche Brunnen und Quellen in der Fränkischen Schweiz

Das Osterbrunnenschmücken hat in der Fränkischen Schweiz eine langjährige Tradition. Seit mehr als hundert Jahren werden jedes Jahr zur Osterzeit zahlreiche Brunnen und Quellen farbenprächtig dekoriert. Entdecken Sie die schönsten Brunnen bei einer Wanderung oder einer Radtour!

In rund 200 Orten der Fränkischen Schweiz sind in der Karwoche bis zwei Wochen nach Ostern Brunnen mit tausenden buntbemalten Eierschalen, Blumen, Kränzen und Girlanden geschmückt. Der Ursprung des Brauchtums liegt vor allem in der Bedeutung des Wassers als lebensspendendes Element für die wasserarme Hochebene der Fränkischen Alb. Denn die heute so selbstverständliche Wasserversorgung gab es nicht immer. Aufgrund der geologischen Bedingungen des Fränkischen Juras, das hauptsächlich aus wasserdurchlässigem Dolomit- und Kalkstein besteht, existierten nur wenige natürliche Sammelstellen für das Wasser. Um der Wasserarmut entgegenzutreten, errichteten die Bewohner deshalb Brunnen und Zisternen.

Dem Osterwasser wurde eine magische Wirkung nachgesagt. So sollten zum Beispiel Kinder, die mit frisch geweihtem Wasser an Ostern getauft wurden, besonders klug werden. Das Trinken von Osterwasser schützte dem Volksglauben nach vor Krankheiten und wer das Osterwasser im eigenen Haus verspritzte, hielt Ungeziefer fern.

Die alte Tradition wird auch heute noch gelebt. Zunächst wird der Brunnen gesäubert – oder wie die Einheimischen sagen „gefegt“. Übten diese Tätigkeit damals nur die jungen Burschen aus, so tun dies heute entweder die Frauen, die die Brunnen schmücken, oder deren Ehemänner. Danach wird der Brunnen mit Girlanden, Fichtenzweigen und ausgeblasenen Eiern, die einfarbig bemalt oder verziert werden, geschmückt. Im Volksmund spricht man dabei vom „Brunnen putzen“. Einzelne oder zu Büscheln gebundene Papierbänder, die „Pensala“, dürfen dabei ebenso wenig fehlen wie echter Blumenschmuck. Ein „durchschnittlicher“ Osterbrunnen in der Fränkischen Schweiz umfasst zum Schluss etwa 80 laufende Meter Girlandenschmuck und circa 1.800 bis 2.000 bemalte Eierschalen. Der Osterbrunnen in Bieberbach bei Egloffstein hat es mit mittlerweile rund 12.000 Eiern sogar als „größter Osterbrunnen der Welt“ ins Guinnessbuch der Rekorde geschafft.

Unser Tipp für Sie:  Der Brunnen im Gößweinsteiner Ortsteil Kleingesee wird anlässlich des Jubiläumsjahres "500 Jahre Bayerisches Reinheitsgebot" in einen bierigen Osterbrunnen verwandeln. Lassen Sie sich überraschen, was sich die Einheimischen haben einfallen lassen!

Machen Sie eine Tour durch gelebtes Brauchtum auf einem unserer ausgearbeiteten Wander- und Radwege oder schließen Sie sich einer Ganz- oder Halbtagestour zu den Osterbrunnen mit dem Bus an! Worauf warten Sie noch? Bestellen Sie gleich die neue Broschüre "Osterbrunnen"!

Hier finden Sie eine Liste mit den Schmückzeiten (fast) aller Osterbrunnen.