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Geotope
Das
Felsenstädtchen Pottenstein wurde im Wettbewerb "Die bedeutendsten Geotope
Deutschlands", der Akademie der Geowissenschaften zu Hannover e.V., 2006 mit dem
Prädikat
Nationaler Geotop
ausgezeichnet...
...als einer
von 16 bayerischen Orten. Geotope sind besonders faszinierend, weil an ihnen
natürliche Phänomene, wie z. B. Abtragungs- und Aufschichtungsmerkmale,
Strukturausbildungen oder Absonderungsformbildungen in einmaliger Weise erhalten
und ablesbar sind und sie als Dokumente für die Geschichte und Entwicklung der
Erde außergewöhnliche Bedeutung haben. Solche Geotope sind aus den
verschiedensten Regionen der Erde bekannt und auch in Deutschland in oft
einzigartiger Schönheit. und Anschaulichkeit zu besichtigen. Diese geologischen
Naturschönheiten in Deutschland der Öffentlichkeit nahe zu bringen, hat sich die
Akademie der Geowissenschaften zu einer ihrer Aufgaben gemacht. Denn das
Naturerbe der Erde zählt zu den höchsten Gütern, die den Menschen gleichsam
leihweise überlassen sind. Um mit ihnen pfleglich umzugehen und sie für künftige
Generationen zu bewahren, sollten möglichst viele Naturfreunde sie kennen
lernen. Die prämierten Geotope sind besonders auffällige und außergewöhnliche
geologische Sehenswürdigkeiten, oft von spektakulärer Entstehung und vor allem
öffentlich zugänglich. INFO: Touristinfo Pottenstein, Tel. 09243-70841.
www.pottenstein.de
Der Text des Nationalen Geotopes (Pottenstein) stammt von der
Akademie der Geowissenschaften zu Hannover. Siehe:
www.geoakademie.de
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Bayerische Geotope -
ein Beitrag zum sanften Tourismus in der Fränkischen Schweiz
Ein Gremium von Fachleuten des Bayerischen
Landesamts für Umwelt und der Umweltverwaltung wählt die Geotope aus, die in die
Bestenliste aufgenommen werden. Für jeden Geotop bieten Internet-Informationen
und Faltblätter in den Touristinformationen umfassende Erläuterungen.
Hinweisschilder an den Wanderwegen leiten die Besucher zu den Naturschätzen und
den dortigen Informationstafeln. Geotope werden im Freistaat seit 1985
systematisch erfasst. Bisher wurden rund 2.800 vom Geologischen Landesamt
(jetzt: Bayerisches Landesamt für Umwelt) detailliert beschrieben und in den
GEOTOPKATASTER BAYERN aufgenommen. Weitere Informationen hierzu unter:
http://www.geotope.bayern.de
Die Binghöhle bei Streitberg
Im
Jahre 1905 wurde die "Binghöhle" von dem Nürnberger Kommerzienrat Ignaz Bing
entdeckt und erschlossen. Die Binghöhle erstreckt sich über eine Länge von 300 m
durch das Erdinnere und kann gefahrlos und ohne Bedenken für die Kleidung
mit dem Führer durchwandert werden. Phantastische Tropfsteingebilde in unmittelbarster Nähe des
Betrachters vermitteln den Eindruck einer Tropfstein-Galerie. Die Infrastruktur
der Höhle wurde anlässlich der 100-Jahrfeier gründlich überholt und verbessert.
INFO: Touristinformation Markt Wiesenttal, Tel. 09196-19433. Siehe auch
www.wiesenttal.de und
www.binghoehle.de
Die Felsenburg Tüchersfeld
Eine
imposante Felsburg beherrscht die Ortschaft Tüchersfeld in der Fränkischen
Schweiz. Die steil aufragenden Felsen sind die Reste eines Riffes, das zur
Jurazeit in einem tropischen Meer wuchs. Im Verlauf von Jahrtausenden schnitt
sich die Püttlach in den Frankendolomit ein und präparierte dabei einen
Umlaufberg als „Insel“ heraus. INFO: Fränkische Schweiz.- Museum Tüchersfeld,
Tel. 09242-1640. Siehe auch www.fsmt.de
Großer Lochstein im Veldensteiner Forst
Der
Große Lochstein im Veldensteiner Forst ist ein markanter Felsturm aus
Frankendolomit, der vor über 100 Millionen Jahren unter tropischen
Klimabedingungen durch Verwitterung entstand. Dieses Dokument einer
Karstlandschaft der Unterkreidezeit wurde durch jüngere Sandablagerungen
konserviert. Erst die Abtragung dieser Schichten in der jüngsten geologischen
Vergangenheit brachte es wieder ans Tageslicht.
Die Zeit der Kreide
Am Ende des Jura wich das Meer aus dem Gebiet der heutigen Frankenalb
zurück, die Region wurde zum Festland. Über 40 Millionen Jahre waren daraufhin
die zuvor abgelagerten Kalk- und Dolomitgesteine unter tropischen
Klimaverhältnissen einer intensiven Verkarstung ausgesetzt. Bei hohen
Temperaturen und Niederschlagsmengen entwickelte sich eine Landschaft mit
Bergkuppen und Felstürmen, Dolinen und Höhlen. Ähnliche Karstlandschaften findet
man heute in tropischen Regionen; sie sind auch unter der Bezeichnung Kegelkarst
bekannt. In der Oberkreide wurde das Festland erneut vom Meer überflutet und das
Relief von einer mächtigen Sedimentdecke bedeckt. Erst am Ende der Kreide zog
sich das Meer endgültig aus dem Gebiet der heutigen Frankenalb zurück.
Die Steinerne Frau am Walberla
An
ihrem Westrand ist der Frankenalb mit dem Walberla ein Zeugenberg vorgelagert.
Seine Hochfläche umsäumen steil abfallende Felswände aus Dolomitgestein.
Verwitterung und Abtragung zergliederten das massige, von senkrechten Klüften
durchsetzte Gestein, wobei markante Felstürme wie die „Steinerne Frau“ am
Westrand des Walberla entstanden.
Die Zeit des Jura
Vor ca. 200 Millionen Jahren, in der Zeit des Juras, bildete sich als Folge
eines weltweiten Meeresspiegelanstiegs in Mitteleuropa ein großes Meeresbecken.
Auf seinem Boden lagerten sich die Gesteine des heutigen Frankenjura ab: Anfangs
wurden dunkle Tone sedimentiert, die man heute als Schwarzer Jura (oder Lias)
bezeichnet. Darüber folgte mit dem Braunen Jura (Dogger) eine Phase, in der
hauptsächlich Sande von Flüssen aus den weiter östlich gelegenen Hochgebieten
wie dem Böhmischen Festland in das Meeresbecken geschüttet wurden. Aus ihnen
entwickelten sich mit der Zeit die für den Dogger typischen eisenreichen,
rostroten Sandsteine. Die charakteristischen Gesteine in der Gegend von
Pottenstein entstanden in der Zeit des Malm vor ca. 150 Millionen Jahren. Dieser
Zeitabschnitt wird wegen der hellen Farbe seiner Gesteine auch als Weißer Jura
bezeichnet. Zu Beginn des Weißen Jura kam es im Bereich der heutigen Frankenalb
zu einschneidenden Veränderungen: Das Klima wurde tropisch-warm, es bildete sich
ein seichtes, lagunenhaftes Schelfmeer. Auf seinem Grund wuchsen vorwiegend
Kieselschwämme und auch Blaugrünalgen. Diese lagerten Kalk in ihre Skelette und
Schalen ein, auf abgestorbenen wuchsen neue Individuen. Im Lauf der Zeit
entstanden so ausgedehnte Riffkomplexe, von denen heute ein Großteil wegen ihrer
Standfestigkeit und Verwitterungsresistenz als markante Felsgebilde erhalten
geblieben sind. In flachen Becken zwischen den Riffen lebten unter anderem
Ammoniten, Muscheln und Seeigel, deren Versteinerungen man in den plattigen
Kalken finden kann.
Die Riesenburg im Wiesenttal
Vor 150
Millionen Jahren erstreckte sich in Süddeutschland ein warmes Flachmeer. In
diesem gediehen unter tropischen Klimabedingungen zahlreiche kalkabscheidende
Tiere und Algen, deren Überreste sich am Meeresboden ansammelten und
verfestigten. Im Laufe von Jahrmillionen entstanden auf diese Weise mächtige
Kalk- und Dolomitgesteine, die heute die Frankenalb prägen. Nach dem Ende der
Jurazeit zog sich das Meer zurück, die Gesteine waren nun der Verwitterung
ausgesetzt. Das Regenwasser begann das Kalkgestein aufzulösen. Zunächst
haarfeine Klüfte wurden so erweitert � immer mehr Wasser konnte immer tiefer in
das Gestein eindringen. Letztendlich entstand so ein unterirdisches
Gewässernetz, während sich an der Oberfläche ein wasserarmes Karstgebiet
ausbreitete. Nachdem nun die Höhle entstanden war, stieß das Meer erneut über
das Gebiet vor und die Hohlräume wurden fast vollständig mit jüngeren Sedimenten
verfüllt. Fast 100 Millionen Jahre lang blieb die Höhle verborgen, bis sich in
der jüngsten Erdgeschichte das Wiesenttal bildete. Der Fluss räumte die talnahen
Teile der Hohlraumfüllung wieder aus, das Höhlendach wurde instabil und stürzte
teilweise ein. Die vorhandenen Bögen stellen die Relikte des Höhlendaches dar.
INFO: Touristinformation Markt Wiesenttal, Tel. 09196-19433. Siehe auch
www.wiesenttal.de
Die Texte der Bayerischen Geotope sowie die Bilder: Die Steinerne Frau, der große
Lochstein und von der Riesenburg stammen vom Bayerischen Geologischen Landesamt München. Das
Bayerische Geologische Landesamt ist eine Behörde im Geschäftsbereich des
Bayerischen Staatsministeriums für Landesentwicklung und Umweltfragen. Weitere Infos zu allen Bayerischen Geotopen finden Sie unter:
www.geologie.bayern.de/
Infos zur Geologie der Fränkischen Schweiz finden Sie
hier (Stichwort Höhlen) und auch
hier (Stichwort Hintergrund/Geologie)
Stand: 16.07.07
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