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Bierkeller 

Hier in Franken sind Bierkeller in den Berghang führende Gänge von unterschiedlicher Länge, an der Eingangsseite mit einem Tor, oft aus Brettern und Latten gefügt, verschlossen. Voraussetzung zum Graben dieser Gänge ist passendes Gestein, am besten Sandstein.

In diesen Kellern wurde das Bier in Holzfässern gelagert; dorthin wurde es einst von der Brauerei mit eigenem Bierwagen mit Pferdegespann gebracht.

Heute sind Bierautos unterwegs. In den Kellern lagert es, hier reift es, hier wird es gut temperiert. Gelegentlich werden heute zur Lagerung auch Plastiktanks verwendet. Der Qualität macht das nichts aus, auch wenn der eine oder andere Trinker "knauzt" = brummt, verärgert brummt.

Zum Bierkeller gehören hölzerne Tische, oft auf vier Balken fest im Boden verankert. Aus rohen Brettern nicht besonders behandelt. Dazu gehören Bänke der gleichen Qualität, das Tischtuch fehlt. Und darüber sind schattige Kronen von Kastanienbäumen, Eichen, Linden usw.

Das Bier wurde in Krügen ausgeschenkt, also irdene Ware. Meist als Maßen - in Oberbayern wird das kurz gesprochen, in Franken etwas länger. Wirtschaftsminister Rexrodt sei gesagt: es heißt: "die Maß", nicht etwa "das Maß" oder "der Maß" - damit er sich nicht noch einmal in Bayern blamiert wie im August 1995.

Übrigens das Wort "Keller" ist als Lehnwort aus dem lateinischen übernommen = Cellarium und bedeutet soviel wie Vorratsraum, also gibts auch Weinkeller, Kartoffelkeller, Kohlenkeller usw. Auch das Wort "Kellner" ist lateinischen Ursprungs. Cellarius ist der Vorsteher der Vorratskammer.


Bier:

Das Wort "Bier" sollte eigentlich nur dann angewendet werden, wenn es auch ein paar Prozente Alkohol enthält und nach dem bayerischen Reinheitsgebotes gebraut ist: Wasser, Hopfen, Malz und Hefe.

Die Kunst des Bierbrauens ist keine Geheimwissenschaft, aber jeder Brauereibesitzer hat sein Geheimrezept. Niemand weiß, wer das erste Bier herstellte. Eine hübsche Legende erzählt von einer schönen jungen Frau vor 47000 Jahren vor Christi Geburt, die durch Zufall und ihrer Unachtsamkeit aus Verliebtheit die Erfinderin des Biers wurde. Berenike soll sie geheißen haben.

Die erste Biernation waren die Bayblonier, etwa 5000 Jahre von heute aus zurückgerechnet. Nach Bayern kam das Bier erst sehr spät. Um das achte Jahrhundert nach Christus, also zur Stunde der Entstehung des frühesten Forchheims, nahmen sich die Mönche des Brauwesens an. Dann wurde das Bier, so heißt es in der Biergeschichte, besser, die vorhergehenden Biere so weiß man zu lesen, wären heute ungenießbar.

Bier gibt es in verschiedenen Stärken, mit den verschiedensten Farben und Namen, mit verschiedenem Geschmack. Der Kenner weiß, ob er altbayerisches oder fränkisches oder norddeutsches oder ausländisches Bier trinkt. Einst von ungezählten kleineren und kleinen Brauerein sog. Hausbrauereien hergestellt, geht heute der Zug zur Bierfabrikation in großen und größtem Stil, so dass vielfach Einheitsbier droht. Franken hat noch eine bunte Bierlandschaft. Das erlaubt auch, dass jeder noch "sein" Bier trinken kann. Dafür dem Himmel Dank.

Behälter für das Bier war einstens das Fass, das ausgepichte Holzfass aus Dauben vom Fassmacher, vom Büttner, Schäffler usw. hergestellt. Zu Flaschenbier wurde es, als es nun von den Fässern aus als Schankbier in die Gläser, also vom Fassbier in Gläser kam, in die Flaschen kam, und leider horribile dictu zum Dosenbier. Auch in Plastik und Aluminiumtanks wurde es gefüllt, was in Zukunft auch bei der Mehrheit der Biere geschehen wird.

Bier in Maßen, nicht in Massen getrunken, ist bekömmlich. Wer säuft, ist kein Biertrinker. In Maßen getrunken ist das Bier, sagt man, eine Art Nahrung, flüssiges Brot: Bier ist ein Nahrungsmittel in Bayern.

Bier ist ein Getränk für vernünftige Leute, nur die Unvernunft lässt es absolut gefährlich werden. Das macht eben der Alkoholgehalt. Heute gibt es sog. alkoholfreie Biere, sie sind - wenn man will - ihrer Kraft beraubt, aber sind die Anpassung an die Verkehrserfordernis. Niemand muss solches oder solches Bier trinken. Jedes aber zu seiner Zeit.

Es gibt stille Zecher, es gibt laute. Bier kann zur Geselligkeit gehören, es kann diese auch zerstören. Zum Biertrinken muss man alt genug, vernünftig und durstig sein und wissen, wie viel man im Geldbeutel hat. Bier ist heutzutage ein etwas teureres Getränk geworden als früher, aber vielleicht hilft das auch dazu, dass man es jetzt mit Verstand trinkt.

Bier ist eine Art flüssige Weltanschauung. Bier prägt Menschen und Landschaften, und Regnitzfranken ist Bierfranken.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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