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Ostern 2008 in der Fränkischen Schweiz In rund 200 Orten der Fränkischen Schweiz sind von Karfreitag bis etwa 2 Wochen nach Ostersonntag Brunnen mit Tausenden buntbemalter Eierschalen, mit Blumen, Kränzen und Girlanden geschmückt. Ein Brauch, der hier über 100 Jahre alt ist und mittlerweile in andere Gegenden (z.B. Hamburg und Dresden) und auch in die Frankenalb exportiert wurde. Veranstaltungen 09.03.2008 Ostereiermarkt im Pfarrzentrum St. Nikolaus, in Ebermannstadt, Kirchenplatz 13.03.2008 Schmücken der Osterbrunnen in Forchheim. 14.03.2008 Osterbrunnenschmücken auf dem Rathaus-vorplatz in Hirschaid 16.03.2008 Ostermarkt in Hollfeld am Marienplatz 17.03.2008 Osterbrunnenschmücken am Markt- und Kapellenplatz in Ebermannstadt 20.03.2008, Heiligenstadt, ab 14 Uhr, Schmücken des Osterbrunnens. 22.03.2008 von 10-14 Uhr, Ostermarkt in Egloffstein 21.03.2008 Karfreitagsprozession in Ebermannstadt von der Erlachkapelle zur offenen Kapelle auf den Kreuzberg. 22.03.2008 Waischenfeld 14 Uhr, Osterbrunnenschmücken in der Vorstadt mit Blasmusik; 15:30 Uhr, Osterbrunnenschmücken in der Hauptstrasse mit Gesang 22.03.2008 Waischenfeld 09:30 Uhr Osterbrunnenrundfahrt zu den schönsten Osterbrunnen; Anmeldung bis 20.03. 15 Uhr. Fahrpreis p. P. Erw. 18,50 € mit E- Pass 16,50 €. Tel. 09202-19433. Touristinfo Waischenfeld. Als Besonderheit gilt der Osterbrunnen in Bieberbach, Gemeinde Egloffstein, (Tel. 09197-202 oder 62920, örtliche Touristinformation); er wurde im „Guinness-Buches der Rekorde“ als „größter Osterbrunnen der Welt“ (mit genau 11.108 Eierschalen von Enten, Gänsen und Hühnern) verewigt. Eine Attraktion, die jährlich über 30.000 Gäste anlockt. Der Brunnen ist zum Palmsamstag, 15.03.2008 geschmückt. www.egloffstein.de Berühmt ist auch der Osterbrunnen in Heiligenstadt . Dort wird am Osterwochenende der Marktplatz zum Festplatz; mit Musik- und Tanzdarbietungen und Markt in der Woche nach Ostern. (Di. - Sa.) Heiligenstadt, Bauernmarkt rund um den Osterbrunnen. www.markt-heiligenstadt.de Im Birkenreuther Brunnenhaus (Gemeinde Wiesenttal) gibt es als Besonderheit der Region ab Ostersamstag eine „Osterkrippe“ zu bewundern. Weitere Auskünfte gibt es in der Touristinformation in Muggendorf, Tel. 09196-19433. Übrigens: die Osterbrunnen sind in der Regel bis zwei Wochen nach Ostern geschmückt. www.wiesenttal.de Osterbrunnen in der Fränkischen Schweiz (Hintergrund-Info) Hauptgrund für das Schmücken der Brunnen und Quellen zur Osterzeit ist vor allem in der Bedeutung des Wassers für die Existenz von Leben schlechthin - vor allem für die wasserarme Hochebene der Fränkischen Schweiz. Speziell dem Osterwasser schrieb der Volksmund früher außerdem besondere Wirkung zu. Kinder, mit frisch geweihtem Wasser an Ostern getauft, sollten besonders klug werden. Das Trinken von Osterwasser schützt gegen Krankheiten, das Osterwasser im Haus verspritzt, hält Ungeziefer fern. Und manches mal kann man in den frühen Morgenstunden des Ostersonntags noch junge Mädchen sehen, wie sie "verstohlen" in den Osterbrunnen blicken. Hier sehen sie dann das Gesicht ihre künftigen Ehemannes. Vor der Einrichtung der uns heute so selbstverständlichen, zentralen Wasserversorgung legte die Bevölkerung in den Dörfern der Fränkischen Schweiz Zisternen und "Hüllen" an, um das kostbare Nass aufzufangen. Aufgrund der besonderen geologischen Verhältnisse des fränkischen Juras (wasserdurchlässiger Dolomit- und Kalkstein) mit seinen tiefen, mäandernden Tälern und lang gestreckten Höhen lagen die natürlichen, spärlichen Quellen immer am Grund des Tales, hier sprudelte frisches Wasser, von hier musste es früher recht mühsam in "Butten" und auf kuhbespannten Wagen in die Bergdörfer geschafft werden. Mancherorts auf der Höhe wurden daher bis zu hundert Meter tiefe Stollen gegraben, um an das Grundwasser zu gelangen. Diese enorm aufwendig gebauten Brunnen schützte man (z.B. wie in Betzenstein, Birkenreuth, Schloss Greifenstein, Burg Pottenstein) mit einem aufwändig gemauerten Brunnenhaus. In vielen größeren Orten gibt es heute noch "Osterwiesen". Auf diesen ebenen Flächen treffen sich vor allem Kinder und Jugendliche, am Ostersonntag Nachmittag, um die gekochten Ostereier aus den Nestern hoch in die Luft zu schmeißen und aufzuessen, sobald die Schale Risse hat. Manches mal "schmuggelt" ein frankenwitziger Opa auch bemalte Holzeier ins Osternest, die man in der Regel braucht, um Hühner zum Eierlegen zu animieren. Wer so ein Ei in die Luft wirft, braucht einige Zeit ehe er den Schwindel bemerkt Eine zeitliche Fixierung des Osterbrunnenschmückens ist nicht genau möglich. Mündliche Überlieferungen datieren den Brauch in den Anfang des 20. Jahrhunderts zurück. In Aufseß beispielsweise schmückten die Einwohner nachweislich um 1909 den ersten Osterbrunnen, in Engelhardsberg (Gemeinde Wiesenttal) begann man damit 1913. Das Schmücken des Osterbrunnens beginnt zunächst mit dem Säubern der Anlage, dem so genannten "Brunnen fegen". Übten diese Tätigkeit früher nur die jungen Burschen aus, so tun dies heute entweder die den Brunnen schmückenden Frauen oder deren Ehemänner, meistens im (Fränkische Schweiz-) Verein organisiert. Danach wird der Brunnen geschmückt, im Volksmund spricht man dabei vom "Brunnen putzen". Als Schmuck dienen ausgeblasene und das Jahr über gesammelte komplette Eierschalen, die einfarbig oder auch künstlerisch bemalt oder verziert sind. Zum Schmuck des Brunnens gehören weiterhin einzelne oder büschelweise gebundene Papierbänder, die so genannten "Pensala" und Girlanden aus Fichtenzweigen, um den Brunnen gewunden oder zu Gerüsten und Kronen geflochten. In vielen Orten ziert zusätzlich echter Blumenschmuck die Osterbrunnen. In der Woche vor Ostern werden u.a. die beiden berühmten Osterbrunnen in Bieberbach und Heiligenstadt geschmückt. Man kann tagsüber zusehen, wie viel zeitraubende Mühe dahinter steckt. Die meisten Brunnen werden jedoch erst (wie es der Brauch will) am Karfreitag aufgestellt. Ein Prospekt Osterbrunnen in der Fränkischen Schweiz gibt es kostenlos in der Tourismuszentrale Fränkische Schweiz, Oberes Tor 1, 91320 Ebermannstadt. Tel. 09194-797779 und allen Touristinformationen der Region. Die aktuellen Osterpauschalen finden Sie hier Stand: Dez. 2007 |
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