Lichterfest als Abschluss der Ewigen Anbetung

Besondere "Höhepunkte" im Weihnachtskalender sind die vier bekannten Prozessionsfeiern mit Abbrennen von Bergfeuern in der Region. Was das ist, eine Lichterprozession? Auf jeden Fall und in erster Linie eine religiöse Handlung. Stellen sie sich einen kleinen Ort im Tal vor, umgeben von zirka 150-200 Meter hohen, felsigen Hängen. An diesen werden Tausende kleiner Holzfeuer von der Jugend oder den Vereinen zu dem Zeitpunkt entzündet, an dem eine kirchliche Prozession zum „Ende der Ewigen Anbetung“ durch den Ort beginnt; in der Regel nach Einbruch der Dunkelheit. Idealerweise liegt zu dem Zeitpunkt Schnee, so dass die Feuer den Hang in gelbes Licht tauchen. Straßenlichter gehen aus, Glockengeläut ertönt, die Blaskapelle stimmt eine kirchliche Melodie an und aus zahllosen Kehlen ertönen katholische Lied-Strophen. Den Auftakt bildet Oberailsfeld am 20. Dezember, an Silvester ist die Prozession in Nankendorf an der Reihe, am 3.1. Obertrubach und am 6. Januar die berühmte Prozession in Pottenstein. Seit Jahren locken sie Tausende Gläubige und Gäste an.!

20.12. ab 19 Uhr in Oberailsfeld

Dabei werden die Berghänge rund um das Dorf in ein phantastisches Licht getaucht; zahllose Holzfeuer sorgen dafür. Inzwischen hat sich dieses religiöse Fest dank des auf Brauchtumspflege ausgerichteten Vereins "900 Jahre Oberailsfeld" weit herumgesprochen. Alljährlich werden es immer mehr Besucher, die die Illumination der Berghänge miterleben wollen. Eingeführt wurde der alte Brauch erstmals wieder 1985, damals noch mit selbst gebastelten Fackeln und noch weit weniger Feuern, wie sich einer der Männer erinnert. Heute sind es rund 100 Holzfeuer die rund um den Ort herum in den Hängen aufgeschlichtet werden. Hier will man den religiösen Kern des Kirchenfestes erhalten. Der Glaube steht im Mittelpunkt und daher sucht man auch vergeblich nach Verkaufsbuden oder Bratwurst- und Glühweinständen.

Begonnen wird der Bettag bereits um 9 Uhr mit dem "Aussetzungsamt", danach folgen stündlich Andachten für die Orte Köttweinsdorf, Zauppenberg, Oberailsfeld, Eichenbirkig, Hungenberg, Pfaffenberg, Kirchahorn und Unterailsfeld sowie für die Kranken und Verstorbenen. Betschluss ist dann gegen 19 Uhr und die Prozession wird sich etwa um 19.30 Uhr in Bewegung setzen. Wie die älteren Oberailsfelder noch zu berichten wissen, gab es die Feuer an den Berghängen bereits in den 20-er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Im Dritten Reich war der Brauch verboten und danach wurden die Feuerstellen wegen der Verbuschung der Hänge auf rund 15 reduziert. www.ahorntal.de
Foto: Thomas Weichert


31.12. ab 17 Uhr in Nankendorf

Tag der ewigen Anbetung. Große Prozession durch den Ort mit festlicher Illumination. Auch in Nankendorf wird der Beschluss der Ewigen Anbetung mit einer Lichterprozession gefeiert. Hunderte Gläubige folgen dem Pfarrer nach der letzten Betstunde, der mit der Monstranz unter dem Baldachin die Prozession anführt. In dieser Stunde beginnen die Hänge zu "Glühen". Einige Tausend Holzfeuer werden von den Jugendlichen entzündet, bengalische Feuer tauchen zudem die Hänge abwechselnd in rotes und grünes Licht; riesige beleuchtete Kreuze und andere beleuchtete christliche Symbole stehen ringsum an den -Gipfeln der Hänge. Viele Zuschauer säumen die Strecke der Prozession und gehen auch mit, zahllose kleine Kerzen begleiten die Prozession; die Feuerwehr sperrt die Ortsdurchfahrt in dieser Zeit. Weiteres unter www.waischenfeld.de
Foto: Reinhard Löwisch


03.01. ab 17 Uhr ín Obertrubach

Mit einem unüberhörbaren Festgeläute beginnt bei Einbruch der Dunkelheit eine Lichterprozession durch den Ort, die als „feierlicher Beschluss der Ewigen Anbetung“ schon seit Jahrhunderten gefeiert wird. Tausende von kleinen Lichtern, Lichterketten, Holzfeuern, bengalischen Feuern und Silvesterraketen begleiteten die Gläubigen auf einem einstündigen Rundkurs durch den Ort. Angeführt von Ministranten und Fahnenabordnungen aller Ortsvereine bewegt sich eine lange Prozession von der St. Laurentiuskirche durch den Ort. Der Pfarrer trägt die Monstranz unter dem Baldachin, umrahmt von Fackelträgern der Freiwilligen Feuerwehr Wolfsberg. Die Jugendblaskapelle St. Laurentius unter Leitung von Florian Berner begleitet den Zug. Pünktlich zur Prozession erglühten die beleuchteten Hänge ringsum und tauchen den Ort in rotes bengalisches Feuer.Viele kirchliche Symbole wie flackernde Kreuze oder Rosenkränze waren im Ort und vor allen in den beleuchteten Hängen ringsherum zu sehen. Das Kreuzsymbol „Jesus Heiland Seligmacher“ (JHS) beispielsweise ist als mannshohe Schrift beleuchtet, in vielen Hauseinfahrten und Gärten lodern Holzscheite in Blecheimern und „Schwedenöfen“; präparierte Holzstämme, die auf dem Boden stehen und von innen nach außen abbrennen. Lichterketten in Fenstern und Häuserfronten entlang der Prozessionsstrecke ersetzen die Straßenlampen. Weitere Infos: Touristinfo Obertrubach, 09245/988-0 www.trubachtal.com.
Foto: Konrad Meier


06.01. ab 17 Uhr in Pottenstein

Jedes Jahr am Dreikönigstag (6.Januar) feiert die Kirchengemeinde Pottenstein ihren traditionellen Beschluss der Ewigen Anbetung mit Abbrennen der Bergfeuer. Dazu werden Tausende von Besuchern aus nah und fern erwartet, die sich vom Lichterzauber der ca. 1.000 Feuer auf den Felsen rings um Pottenstein verzaubern lassen.

Nach der letzten Betstunde bewegt sich bei Einbruch der Dunkelheit (ca. 17 Uhr) die Abschlussprozession durch den Ort, dazu wird die Durchgangsstraße für den Verkehr (schon ab ca. 15 Uhr) gesperrt. Während der Prozession flammen rings um das Felsenstädtchen Lichter auf. Dabei werden auf den umliegenden Felsenkuppen eine große Anzahl von Feuern abgebrannt. Begleitet wird die Prozession vom "Allerheiligsten", von unzähligen Kerzen und Lichtern, die Straßen der Altstadt sind festlich geschmückt, auf die Zuschauer wartet ein heimeliges Gefühl von Stille und Faszination. Die Triumphbögen, welche den Verlauf der Prozession markieren, wurden um die Jahrhundertwende von Pottensteinern Bürgern gestiftet und von einheimischen Handwerkern gefertigt. Weitere Infos: Stadt Pottenstein Forchheimer Straße 1, 91278 Pottenstein Telefon: 09243/708 - 41. TeleFax: +49 9243 / 708 - 10. www.pottenstein.de
Foto: Stadt Pottenstein


Es gibt auch weniger spektakuläre Lichterfeste, die etwas bescheidener ausfallen, aber den der gleiche, religiös motivierte Zauber inne wohnt.

 Ebermannstadt, 25.11. Fest der ewigen Anbetung in der Stadtpfarrkirche St. Nikolaus. Von 8 – 18 Uhr Betstunden und stille Anbetung sowie Abschlussandacht. Im Anschluss daran Lichterprozession von der Stadtpfarrkirche durch die Hauptstraße zum Marktplatz und zur Stadtpfarrkirche zurück. Die Häuserfront ist während der Prozession mit Kerzen festlich beleuchtet, die Stadtbeleuchtung wird ausgeschaltet. Weitere Infos: Touristinformation, Tel.: 09194/50640

 Volsbach im Ahorntal, 21.12. - 17 Uhr. Abschluss der Ewigen Anbetung, ebenfalls mit einer Lichterprozession durch das Dorf. Infotel.: 09202/200

 Gößweinstein, 26.12. Ewige Anbetung in der Kirche um 16 Uhr, die Lichterprozession beginnt anschließend gegen 17 Uhr und führt von der Basilika heraus durch den Ort, überragt von der malerischen Kulisse der beleuchteten Gößweinsteiner Burg. Infotel.: 09242/456

Hintergrund der ewigen Anbetung

Papst Klemens VIII. führte 1592 das „vierzigstündige Gebet“ ein. Daraus entwickelte sich das, was wir heute als „ewige Anbetung“ bezeichnen. Der 59. Bamberger Fürstbischof, Adam Friedrich von Seinsheim (1757-1779), sorgte im 18. Jahrhundert für das Bistum Bamberg für dessen Einführung. Sein Wunsch: Jeden Tag sollte in einer der Kirchengemeinden des Bistums ein Tag des Gebetes abgehalten werden, so dass „auf ewig“ jeden Tag vor dem Allerheiligsten Altarsakrament gebetet wird. Grundlage für die Einführung war das Konzil von Trient (1545-63), das die eucharistische Verehrung auf eine neue Ebene hob. An diesem Konzil nahm unter anderem auch Bischof Nausea (bürgerlicher Name Grau) teil, ein gebürtiger Waischenfelder, der dort 1552 an einem Fieber starb und seine letzte Ruhestätte im Stephansdom zu Wien fand. Eng verknüpft mit der Ewigen Anbetung ist der „Eucharistische Segen“, der gewöhnlich zum Schluss gespendet wird.

Die Ewige Anbetung ist eine alte Tradition der katholischen Kirche. Grundlage dafür ist der Glaube an die tatsächliche physische Gegenwart Jesu Christi bei der Eucharistiefeier. Daraus entwickelte sich der Brauch, ein Stück einer Hostie in einem Behältnis zu Hause aufzubewahren, um Christus immer bei sich zu haben. Ab dem 10. Jahrhundert entstand in Klöstern die Tradition, in einer Kapelle den Leib Christi in Gestalt der Hostie zu verehren. Diese neue Gebetsform breitete sich vor allem durch Franz von Assisi und seinen Orden ab dem 11. Jahrhundert in ganz Europa aus. Aus der Gebetsform der Anbetung entwickelte sich das ewige Gebet vor dem in der Monstranz ausgesetzten Altarsakrament. Um die Präsenz Christi in der Welt ständig gegenwärtig zu halten und sich immer daran zu erinnern, führte man die Anbetung zu jeder Tages- und Nachtstunde ein. (Quelle: www.Wikipedia.org)


Stand: Juli 2011