Die Fränkische Schweiz - das Land der 170 Burgen
Von den 170 Burgen der Fränkischen Schweiz sind heute noch 39 bewohnt oder bewohnbar. 24 erheben sich auf steilen, oft malerischen Jurahöhen, auf hoch getürmten Felsen thronend. Sie bilden den größten Schmuck der Landschaft. Zwei Burgen werden noch von den Nachkommen der Erbauer bewohnt: Die Freiherren von Aufseß besitzen das 1114 erstmals benannte Schloss Unteraufseß und die Freiherren von Egloffstein die vor 1179 erbaute Burg Egloffstein. Beide Burgen sind Perlen des Aufseß- und des Trubachtales. Wiederholt eingenommen und geplündert, aber nie zerstört präsentiert sich Burg Pottenstein in fast unveränderter Form. Die kurz vor 1070 errichtete Burg ist das Glanzstück des Püttlachtales. Leider wurde 1816 der Turm abgetragen. Das 1076 nachgewiesene Gößweinstein zeigt sich zwar nicht mehr in seiner alten Form, doch ist sein Anblick vom Wiesenttal einmalig schön. Die Freiherren von Trockau sitzen seit 1316 auf Schloss Trockau.
Die untere Burg Tüchersfeld beherbergt das Fränkische-Schweiz-Museum. Wüstenstein, Thuisbrunn und Rabeneck sind Halbruinen, von denen einzelne Kemenaten oder ein Schlossneubau erhalten sind. In Waischenfeld steht nur noch das Amtshaus in der Vorburg. Als Krone der Wiesentalb überragt Burg Zwernitz das Ländchen. Ihr hochstrebender Turm ist von vielen Aussichtspunkten der Fränkischen Schweiz zu sehen. 15 Schlösser liegen in den Tälern oder auf ebenen Hochflächen. Sie sind nicht minder interessant. Der großartige Renaissancebau von Wiesenthau bildet zur breiten Ehrenbürg den malerischsten Vordergrund. Die Wasserburg Kunreuth gehört noch heute den Egloffsteinern, die sie um 1390 erbauten.
Zwölf der 170 Wehrbauten sind Ruinen. Am malerischsten erhebt sich auf der vordersten Felsenspitze über der Taleswindung der Wiesent bei Streitberg der Turm der Ruine Neideck. Drohend ragt der Turmrest der Ruine Wildenfels in die Höhe. Die noch ansehnlichen Trümmer der Ruine Leienfels verbergen sich unter Waldesdunkel. Die Ruinen der Burg Streitberg erinnern an ein großartiges Renaissanceschloss, das leider 1820 abgerissen wurde. Zwischen den hochragenden Juratürmen des einmaligen Felsendorfes Krögelstein spannt sich ein kühner Schwibbogen der 1523 zerstörten Burg. Bei fünf Wehrbauten führen nur erhaltene Nebengebäude die Bezeichnung Schloss.
Aus: Gustav Voit, Brigitte Kaulich, Walter Rüfer; Vom Land im Gebirg zur Fränkischen Schweiz - Eine Landschaft wird entdeckt. Verlag Palm & Enke, Erlangen 1992.



