Höhlen der Fränkischen Schweiz
Die Öffnungszeiten der Höhlen finden sie in der linken Navigation
Die Fränkische Schweiz ist ein typisches Karstgebiet mit säurelöslichen Gesteinen wie Kalk und Dolomit. Durch Eindringen von aus Pflanzenresten entstandener Kohlensäure in Kalkgesteinklüften bildeten sich über 1000 kleine und große Höhlen. Viele davon sind reich an Tropfsteinen, andere weisen einen großen Reichtum an fossilen Knochen auf. Man sagt, dass etwa 200 davon es wert sind, gesehen zu werden. Öffentlich zugänglich sind die drei großen Schauhöhlen: Binghöhle bei Streitberg, die Sophienhöhle bei Burg Rabenstein und Teufelshöhle bei Pottenstein. Höhlen sind sensible Naturräume, daher sind ein Großteil nur unter fachkundiger Führung begehbar.
Forschungen in den Höhlen betreibt u.a. die Naturhistorische Gesellschaft in Nürnberg. Siehe: http://www.nhg-nuernberg.de/karst/index.html,
und die Forschungsgruppe Höhle und Karst Franken, die unter http://www.fhkf.de/ im Netz erreichbar ist.
Für geologisch Interessierte haben wir noch Informationen zur Entstehung der Höhlen.. Es handelt sich bei der Bildung von Tropfsteinhöhlen natürlich um sehr langsame Vorgänge: ein Tropfstein braucht, um einen Millimeter zu wachsen, etwa 5-7 Jahre, als Stalagtit sogar bis zu 15 Jahre.
Rund um Plech existiert ein "Höhlenwanderweg" zur Geislochhöhle. Näheres hier
Die größten, auch zur Begehung freigegebenen Höhlen der Fränkischen Schweiz sind:
Die Binghöhle in Streitberg
Im Jahre 1905 wurde die "Binghöhle" von dem Nürnberger Spielwarenhersteller Ignaz Bing entdeckt und erschlossen. Sie liegt im Gegensatz zu allen anderen Jurahöhlen nicht im Schwammkalk oder Dolomit, sondern in geschichtetem Kalk. Die Binghöhle erstreckt sich über eine Länge von 400 Metern durch das Erdinnere und kann gefahrlos und ohne Bedenken für die Kleidung durchwandert werden. Phantastische Tropfsteingebilde in unmittelbarster Nähe des Betrachters vermitteln den Eindruck einer Tropfsteingalerie.
Die Binghöhle ist Deutschlands größte Galerietropfsteinhöhle. An der Riesensäule baut die Natur seit ca. 5 Millionen Jahren.
Informationen: Tel.: +49 9196/19433 oder 346.
Touristinformation Muggendorf/Streitberg
Die Teufelshöhle in Pottenstein
Der Eingang der Teufelshöhle ist eine gewaltige Felsgrotte, eine der größten in Deutschland. Aus der Mitte des Höhleneingangs springt eine acht Meter hohe Höhlenterasse vor. Dahinter befindet sich der eigentlich Eingang zur Höhle, deren Inneres man von dort in einer etwa 45-minütigen Führung erleben kann. Besonders beeindruckend ist sicherlich der größte Höhlenraum, der 45x18x15 Meter große "Barbarossadom". Über dem Raum liegt noch eine Felsendecke von 52 Metern Mächtigkeit. Im Riesensaal hätte eine Dorfkirche Platz.
Informationen: Tel.: +49 9243 208 oder Verkehrsbüro Pottenstein, Tel.: +49 9243 70841
Die Sophienhöhle im Ahorntal
Die Sophienhöhle bei Rabenstein im Ahorntal gilt als die älteste urkundlich erwähnte Höhle der Frankenalb. Schon 1490 wird von einem Versuch zur Gewinnung von Salpeter im Vorraum der Höhle berichtet. Dieser Vorraum wurde bereits von prähistorischen Menschen aufgesucht, wir die zahlreichen Funde vorgeschichtlicher Keramik beweisen.
Die Entdeckung weiterer tropfsteingeschmückter Räume im Jahre 1833 bescherte der Sophienhöhle schlagartige Berühmtheit. Da die neuen Räume sofort nach ihrer Entdeckung verschlossen wurden und der nachfolgende Ausbau zur Schauhöhle sehr behutsam erfolgte, hat die Sophienhöhle bis in die heutige Zeit ihren ursprünglichen Reiz bewahrt. Die 1. und 2. Abteilung sind mit Tropfsteinformationen großer Formen- und Farbenvielfalt ausgeschmückt. Die 3. Abteilung zählt mit seinen 42x25x11 Metern zu den größten fränkischen Höhlenräumen. Die Sophienhöhle gilt als eine der schönsten Höhlen Deutschlands. Sie ist benannt nach der Schwiegertochter des damaligen Besitzers. Einzigartige Bewohner der Höhle sind Strudelwürmer, konnte Dr. Schabdach feststellen. Tel.: +49 9202 970044-0 oder Touristinfo Ahorntal, Tel.: +49 9202-202.
Weitere Höhlen
Folgende Höhlen werden bei einer Wanderung durchlaufen:
- Quackenschloss. Höhlenruine unterhalb des Adlersteins (Engelhardsberg). Hier können die Reste eines 17 Meter langen Höhlensystems begangen werden. siehe www.wiesenttal.de
- Riesenburg nahe Engelhardsberg. Diese Einsturzdoline mit 16 Meter Durchmesser, drei Felsentoren und Höhle ist nur nach einem steilen Anstieg (Wanderweg vom Wiesenttal) zu erreichen. Auch König Ludwig I. und Ludwig Richter besuchten diese Höhle. siehe www.wiesenttal.de
- Klauskirche/Wassersteintor bei Betzenstein. Beeindruckende Hohlräume sieht man bei der Felsenansammlung Klauskirche, sowie die Felskulisse Wassersteintor mit einem Durchbruch. siehe www.betzenstein.de
Höhlenunfälle
Bei Höhlenunfällen in Franken ist die Rettungsleitstelle Bamberg (Tel. 0951/19222) oder eine andere Rettungsleitstelle (Forchheim) Tel.: +49 9191/19222) zu verständigen. Diese wird dann den "Arbeitskreis Höhlenrettung im Roten Kreuz Bamberg" alarmieren. Siehe auch www.bergwacht-bayern.de/bamberg/hrn/
Höhlenabenteuer:
Einige nicht erschlossene Spaltenhöhlen können besichtigt werden! Mit einem höhlenkundigen Führer und der richtigen Ausrüstung können Sie die „Fränkische von Innen erleben. Details erfahren Sie bei Aktiv Reisen, Forchheimer Str. 14, 91346 Muggendorf, T. + 49 9196-998566, Fax.: +49 9196-998690, E-Mail: info@aktiv-reisen.com, www.aktiv-reisen.com
Zur Beachtung:
Höhlen sind ein äußerst empfindlicher Lebensraum: Sie bieten einer Vielzahl von Tieren Unterschlupf. Höhlen sind deshalb als Lebensstätten nach dem Bayerischen Naturschutzgesetz geschützt.
Zur Erhaltung dieser Schätze der Natur beachten Sie bitte folgendes:
- Betreten Sie Höhlen möglichst nicht im Zeittraum von Oktober bis April. Die meisten Tierarten nutzen Höhlen als Winterquartier und wollen in dieser Zeit nicht gestört werden.
- Benutzen Sie KEIN offenes Feuer (Z.B. Karbidlampen, Kerzen, Fackeln in der Höhle oder am Eingang und rauchen Sie nicht.
- Feuer machen ist verboten: Rauch und Ruß schädigen die Höhle für lange Zeit und entwerten sie für Tier und Mensch. Die Natur braucht Jahrhunderte, um derartige Schäden zu reparieren.
- Vermeiden Sie in der Höhle unnötigen Lärm. Genießen Sie lieber die Stille und erfreuen sich an der Vielfalt, Schönheit und Natürlichkeit dieser Zauberwelt.
Wer Höhlen erheblich beeinträchtigt, muss mit einer empfindlichen Geldbuße rechnen, meint: die Regierung von Oberfranken
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Stand: Okt. 2009



