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Radrundweg um HeiligenstadtDie Wanderung beginnt am Marktplatz in Heiligenstadt auf dem bisherigen Radweg und führt durch 10 Ortsteile. Der Radweg wurde im Zuge der 5. bayerischen Kulturtage in Heiligenstadt eigens zusammengestellt. Der ca. 1300 Einwohner zählende Ort wurde bereits im 12.Jh.geschichtlich erwähnt. Schon im Jahre 1541 wurden dem Ort an der Leinleiter die Marktrechte verliehen. In den letzten 25 Jahren hat sich der Markt durch Städtebauförderung und Dorferneuerung zu einem sehenswerten Kleinzentrum, das vielen Gästen einen attraktiven Aufenthalt bietet, entwickelt. Dabei sind neben vielen anderen Maßnahmen besonders der Umbau der alten Schule zum heutigen Rathaus, die Neugestaltung des Marktplatzes und die Sanierung der Örtelscheune zum Haus der Bürger zu nennen. Zoggendorf (370m), Burggrub (378m) Im 14.Jh.geschichtlich erwähnt, liegt das ca. 110 Einwohner zählende Zoggendorf 2 km westlich von Heiligenstadt in dem engen Tal der Leinleiter. Der "Hausberg" der Zoggendorfer ist der 585m hohe Altenberg. Vom sogenannten Schwedenfelsen bietet sich ein herrliches Panorama über den Ort und die Fluren. Das im 15. Jh. erbaute Schloss ist das markanteste Bauwerk im ca. 160 Einwohner großen Kirchdorf Burggrub. Das Dorf mit seinem herrlich eingegrünten Ortsrand liegt am Rücken des Altenberges und unterhalb des 525 m hohen Eichenbergs. Der Gasthof Hösch bereichert mit seinen Speisen und Zimmern den zunehmenden Fremdenverkehr in der Fränkischen Schweiz. Oberleinleiter (378m) Nach 4 km Radweg von unserem Ausgangspunkt Heiligenstadt erreicht man das, seit dem 14 Jh. bestehende, ca. 190 Einwohner große Oberleinleiter. Das Wahrzeichen des Dorfes ist der, in etwa 520 m Höhe, über der Ortschaft thronende Kreuzsteinfelsen. Der Brauereigasthof Ott zieht viele Ausflügler der Umgebung an. Von hier führt uns der Weg in einem steilen Anstieg rund um den Kühmetzenknock in Richtung Tiefenpölz. Tiefenpölz (455m) Bei einem Halt am Kreuz unterhalb des Seigelsteins, das im Rahmen der Flurbereinigung versetzt wurde, hat man einem Rundblick auf das Leinleitertal bis Heiligenstadt, zur Burg Greifenstein, auf die Ortschaften Hohenpölz und Tiefenpölz. Mit ca. 140 Einwohnern ist Tiefenpölz einer der 24 Gemeindeteile des Marktes Heiligenstadt. Im 12. Jh. taucht Tiefenpölz als "Bolenze" in den Geschichtsbüchern auf. Der spätbarocke Hochaltar von 1725 ist eine der Sehenswürdigkeiten in der reich geschmückten Kirche. Alljährlich um die Osterzeit ist auch der mit handbemalten Eiern verzierte Osterbrunnen eine Augenweide. Das Dorf selber hat durch die Dorferneuerung viel an Attraktivität gewonnen. Einen Blick wert sind auch die Marterln des Kreuzweges südlich des Seigelsteines. Unterhalb des Felsens wurden von den Tiefenpölzer Bürgern zum "Tag des Baumes" zwei Streuobstwiesen neu angelegt. Der 548m hohe Seigelstein ist einer der Felsen, den der Markt Heiligenstadt in seinem Gemeindegebiet in Zusammenarbeit mit der Naturschutzbehörde freigelegt hat, um den typischen Charakter der Fränkischen Schweiz mit schroffen Felsen, steilen Hängen und Wacholderheiden zu erhalten. Um diese Flächen künftig von Verbuschung freizuhalten, wurde in Zusammenarbeit von Naturschutzbehörde und Direktion für Ländlicher Entwicklung Bamberg ein Schafbeweidungskonzept erarbeitet Dieses setzt sich auch auf unseren späteren Weg im Zeegenbachtal fort, wo das Landratsamt große Flächen erworben hat, um die ursprüngliche Naturlandschaft zu erhalten. Lindach (540 m) Im Tal unterhalb von Lindach an der Abzweigung nach Teuchatz stoßen wir auf die, im Winter vom Markt Heiligenstadt gespurte Langlaufloipe. Die in den Geißberger Forst führende Loipe wird von vielen Sportbegeisterten aus dem Bamberger Umland geschätzt. Mit viel Glück kann man hier auch einer Herde von Mufflons (Wildschafe) begegnen, die in den fünfziger Jahren im Geißberger Forst ausgesetzt wurden. Vor dem Anstieg nach Lindach sieht man eine alte, von der Flurbereinigung sanierte Brunnenstube mit einem herrlichen einzeln stehenden Lindenbaum, der auch als Naturdenkmal geschützt ist. Der Brunnen war bis nach dem Krieg die Wasserversorgung der Lindacher Bürger. "Lintehe", so wurde es im 12. Jh. genannt, mit seinen 65 Einwohnern war bis zur Gebietsreform die kleinste Gemeinde in Bayern. In "Lindi", wie die Einheimischen es nennen, wurde im Zuge der Dorferneuerung für das seit Jahren fehlende Wirtshaus ein Gemeinschaftshaus erbaut. Das an den Wochenenden geöffnete Gemeinschaftshaus, der neue Backofen, sowie der Dorfplatz sind der Mittelpunkt des Dorflebens. Alljährlich wird Ende Juni anläßlich des Backofenneubaus ein Dorf- und Backofenfest gefeiert, bei dem die Dorfgemeinschaft ihr frisch gebackenes Brot anbietet Herzogenreuth (566 m) Mit 145 Einwohnern ist Herzogenteuth, im 12. Jh. gegründet, das höchstgelegene Dorf im Landkreis Bamberg. Hier auf den Hochflächen des Jura hat man bei gutem Wetter einen Blick bis ins Fichtelgebirge. Die Kirche St. Nikolaus hat mit ihrem romanischen Chorturm und der über 1 meter starken Friedhofsmauer noch das Aussehen einer Dorfburg. Im Rahmen der Flurbereinigung wurden hier in den 70erJahren fünf landwirtschaftliche Betriebe ausgesiedelt. Im Vergleich zu den Fluren um Tiefenpölz und Lindach fällt auf, dass in diesem Gebiet nur wenige der landschaftsprägenden Hecken und Raine erhalten sind. Die in den zurückliegenden Jahrzehnten durchgeführten Flurbereinigungen verfolgten hauptsächlich das Ziel, zur Ernährungssicherung die Produktion und die Produktivität in der Landwirtschaft zu steigern. Ein Wandel hin zur stärkeren Berücksichtigung ökologischer Belange in den Verfahren folgte erst in späteren Jahren. Laibarös (480 m) Das 150 Einwohner zählende Dorf, das auf eine etwa 1000jährige Geschichte zurückblicken kann liegt im Gemeindegebiet Königsfeld. Den Ort, dessen Entstehung wohl auf slawische Einflüsse zurückzuführen ist, ziert die von Kriegsheimkehrern in Eigenleistung und ohne finanzielle Hilfe erbaute Kapelle "Maria Königin des Friedens" Die Glocke der Kapelle, die aus Erlösen von Baumrinde gekauft wurde, wird von älteren Ortsbewohnern "Rindenglöckla" genannt. Hohenpölz (509 m) Der wuchtige Glockenturm der Kirche mit seiner eigenwilligen Zwiebelhaube ragt weit über die Höhen des Juras hinaus und ist fast von überall als Orientierung zu sehen. Die Wehrmauer um die Kirche des 143 Einwohner zählenden Dorfes ist noch sehr gut erhalten. Die frühkeltischen Grabhügel östlich von Hohenpölz sind genauso einen Besuch wert, wie die im Rahmen der Flurbereinigung versetzte und neu aufgebaute Kapelle an der Kreisstraße. Brunn (480 m) Das im 12. Jh. geschichtlich erwähnte Brunn hat zur Zeit 131 Einwohner. Wie in vielen anderen Orten des Marktgemeindegebietes Heiligenstadt hatten auch hier das älteste Adelsgeschlecht unserer Gegend, die Herren von Aufseß, die Anfänge des Dorfes geprägt. In dem landwirtschaftlich orientierten Dorf wurde schon im 13. Jh. der Vorgänger des heutigen Kirchengebäudes errichtet. Schloss Greifenstein (499 m) Das jetzige Barockschloss Greifenstein wurde in den Jahren 1691 bis 1693 von Fürstbischof Marquard Sebastian Schenk von Stauffenberg neu aufgebaut, da die im 12. Jh. von den Schlüsselbergern errichtete Burg nicht mehr bewohnbar war. Zum Schloss wird man von einer prächtigen ca. 350 Jahre alten Lindenallee geleitet, die von einem Pavillion dem sog. "Roten Tempel" unterbrochen wird. Der gesamte Schlossberg, der jetzt dicht bewaldet ist, wurde im Mittelalter landwirtschaftlich genutzt, auch, um den Schlossherren freie Sicht auf anrückende Feinde zu ermöglichen. Teile des Schlosses mit einer großen Sammlung von Jagdwaffen und Trophäen sind auch dem Besucher zugänglich. Die Ausstellungsstücke zeugen von der Bedeutsamkeit, sowohl der Jägerei, als auch der Wilderei früherer Zeiten, in denen die Jagd nur das Privileg der Fürsten und des Adels war. Zu besichtigen ist auch die 1694 errichtete Schlosskapelle. Wertvollstes Kunstwerk in der 1833 im gotischen Stil renovierten Kapelle sind die 14 Kreuzwegstationen aus Buchsbaum. Der 90 m tiefe Schlossbrunnen wurde im 16. Jh. mit viel Mühe durch den Fels in die Tiefe getrieben. Die Wasserversorgung des Schlosses wurde aber erst 100 Jahre später durch einen Quertunnel zum Brunnen gesichert. Stücht (466 m) Noch im 18. Jh. gehörte das heute 81 Einwohner zählende Dorf gänzlich den Herren von Stauffenberg. Der dazugehörige Ortsteil Ziegelhütte wurde von ihnen als Produktionsstätte für Baumaterial im Jahre 1691 erbaut. Das "Stüchter Hunnengrab" ist nicht, wie eine Sage erzählte, die Ruhestätte von Hunnenkönig Attila, sondern das Grab eines Reiteroffiziers des Schwedenkönigs Gustav. Am Schluss der Rundfahrt besuchen wir noch den Pavillon am "Stüchter Berg" Von hier hat man einen herrlichen Blick auf Heiligenstadt das Leinleitertal und bis hin zum Seigelstein. Weitere Auskünfte und eine gedruckte Beschreibung des Rundradweges (mit Karte) gibt es in der Touristinformation Heiligenstadt. Telefon: 09198-929932 oder unter www.markt-heiligenstadt.de. |
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