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Mit diesen 6 Tageswanderungen, ausgehend jeweils von der "heimlichen Hauptstadt" Ebermannstadt laden wir Sie auf den Spuren von Victor von Scheffel ein, die Fränkische Schweiz zu erkunden. An den markanten Punkten hat der Fränkische Schweiz Verein die Verstafeln mit den betreffenden Strophen aufgestellt. Einige Strophen aus dem „Exodus contorum“ sind in die Wanderbeschreibung eingefügt. Wir wünschen Ihnen schöne und interessante Wanderungen. 1. Tag: Gößweinstein -Ebermannstadt (ca 22 km; Gehzeit 5 1/2 Stunden). Fahrt mit dem Bus Linie 389 nach Gößweinstein Gleich nachdem wir den Bus an der Post in Gößweinstein verlassen haben, stoßen wir auf die ersten Spuren von Victor von Scheffel: Den Scheffel-Gasthof, mit einem Erinnerungszimmer an den Dichter und das Scheffel-Denkmal des Fränkische - Schweiz - Vereins. Uns zieht es jedoch, wie alle Wanderer, zuerst in die Wallfahrtsbasilika zur Heiligen Dreifaltigkeit, 1730 - 1739 von Balthasar Neumann erbaut. Längst haben wir auch Burg Gößweinstein entdeckt, die hoch über dem Ort thront. Da die Burg nicht immer geöffnet ist, begnügen wir uns mit dem Blick zur Burg vom Rathaus her, wo die Tafel mit dem Vers über Burg Gößweinstein steht. Im Kleid der Neogotik, wie wir sie zu sehen bekommen, hat sie der Dichter nicht erblickt. Alt und baufällig war sie zu seiner Zeit. Beim Gasthof "Zur Rose" beginnt unsere heutige Wanderstrecke. Sie ist bis zur Ruine Neideck mit blau markiert. Durch eine parkähnliche Landschaft wandern wir über Leutzdorf nach Burggaillenreuth. Die Burganlage ist der Rest einer großen mittelalterlichen Veste. Das Burgverlies, in das der Dichter wohl damals hinabgestiegen ist, und die Sagen um den fränkischen Ritter Eppelein von Gailingen waren ihm sicher Anlass zu dem schaurigen Vers, den wir hier lesen. Uns kommt Burggaillenreuth, im Volksmund "Zwei-Fenster-Schlößchen" genannt, eher als Inbegriff lieblichster Romantik vor. Beim Weiter wandern heißt es darauf achten, wo die Markierung von der Asphaltstraße in den Hangwald einbiegt. Das Felsenlabyrinth des Druidenhains sollten wir erst aufsuchen, nachdem wir an der Informationstafel am Waldrand waren. In Trainmeusel steht an der Straßenkreuzung mitten im Dorf die Tafel mit dem Vers von "Drameusel": „Von Moggast geht’s durch steinig Feld Vorbei am Trainmeuseler Brunnen erreichen wir Ruine Neideck, wegen ihrer Lage und Größe schon immer das Wahrzeichen der Fränkischen Schweiz. Auch auf Victor von Scheffel muss sie einen so überwältigenden Eindruck gemacht haben, dass er sie in ihrer mittelalterlichen Blüte wiedererstehen ließ. Der Blick ins Wiesenttal, auf Streitberg und Muggendorf gehört zum Schönsten, was sich dem Wanderfreund in dieser Wanderwoche bietet.
Von der
Neideck
folgen wir dem
"Leo-Jobst-Weg"
(rotes Kreuz), über Rothenbühl nach
Ebermannstadt.
Einkehr: Leutzdorf, Burggaillenreuth, Trainmeusel, Rothenbühl
2. Tag: Behringersmühle -Rabenstein -Rabeneck
-Muggendorf (ca. 25 km Gehzeit: 6 Stunden) Wir steigen in Behringersmühle aus, überqueren den Fluss Püttlach und die B 470 und verlassen auf der Straße nach Bayreuth den Ferienort. Nach etwa 500 m biegt unsere Wandermarkierung, gelbes Kreuz, in den Hangwald ein. Über das ehemalige Forstbaus Schweigelberg und Moschendorf erreichen wir die Weiße Marter, ein berühmtes Flurdenkmal. Ab hier folgen wir der gelb-Markierung nach Oberailsfeld, von imposanten Felsen und Wacholderhängen umgeben. Auf einem unserer schönsten Wanderwege, blaues Kreuz, gelangen wir im Ailsbachtal zur Burg Rabenstein. Wir steigen bei der Neumühle auf die ring-blau - Markierung um, die zur Burg hinauf führt. Imponierend die gewaltige Anlage! Leider macht uns niemand, wie einst dem Dichter, das Burgtor auf. Der Rundweg, ring-gelb, durch den ehemaligen Landschaftsgarten führt zur Sophienhöhle und der Klaussteinkapelle und zu einer weiteren Scheffel-Tafel. Der Text lautet: „Am Klaussteiner Kirchlein stand Uns beeindruckt ihre barocke Ausstattung mehr als den Dichter, dem die zahlreichen Felsen und Ruinen, denen er begegnet war, Anlaß ist zu einem Rückblick in die unheilvolle Vergangenheit. Leider müssen wir jetzt 2 km Asphaltstraße, rot-weiße Route markiert, tippeln, bis wir bei Gut Schönhof wieder einen richtigen Wanderweg, ring-grün, nach Burg Rabeneck unter die Füße bekommen. Die Halbruine kommt auch uns, wie einst Scheffel, wie ein "Raubvogelnest" vor. „Das Rabeneck hängt keck und fest Zum Abstieg ins Wiesenttal folgen wir dem Wanderzeichen, blaue 7, des "7-Tage - Rundwanderweges durch die Fränkische Schweiz". Bei der Burgkapelle geht der Pfad in die Felswand und führt durch Grotten ins Tal. Für die weitere Wanderstrecke bis Engelhardsberg halten wir uns am besten an dieses Wanderzeichen. Wir müssen jedoch entgegen der Dreiecksspitze, laufen! Vorbei an Herrenfels überqueren wir hinter Doos auf einem Holzsteg die Wiesent. Über viele Stufen geht es durch die Versturzhöhle hinauf nach Engelhardsberg. Die Riesenburg mit ihren romantischen Felsdurchbrüchen ist wohl das beeindruckendste Naturdenkmal der Fränkischen Schweiz.
Wem die bisherigen Kilometer noch nicht in den Knochen stecken,
wandert die mit kreuz-braun markierte Strecke nach
Muggendorf.
Bequemer ist die alte Straße, hinter dem
Aussiedlerhof auf der Höhe, nach
Muggendorf hinunter zu wandern. Ab
hier zurück mit dem Bus nach Ebermannstadt.
3. Tag: Ins Aufseß- und Leinleitertal (ca. 22 km; Gehzeit: 5 Stunden)
Wir fahren nach Heiligenstadt. Am Marktplatz, der mit Fachwerk-Rathaus, Brunnen, Örtelscheune und der Kirchenburg St. Veit zu den schönsten Dorfensembles von Oberfranken gehört, beginnt für die nächsten 14 km unsere Wandermarkierung: MD weiß/blau, das Wanderzeichen des Main-Donau-Weges. Steil geht es nach Schloss Greifenstein hinauf. Die Besichtigung ist lohnenswert. Sehenswert auch die 350 Jahre alte Lindenallee zum Schloss. Durch Hochwald verläuft unser Weg nach Schloss Unteraufseß, wo auch uns, wie schon Victor von Scheffel, "die Rose auf blauem Schilde" grüßt! „Am Turm von Aufseß grüßt uns dann
Die große barocke Schlossanlage
beherrscht Ort und Tal. Rabenturm und Meingotzsteinhaus dürften
über 800 Jahre alt sein. An der Schlosskirche befindet sich
das Grabmal von Hans von Aufseß, dem Gründer des
Germanischen Nationalmuseums in
Nürnberg.
Im Tal der
Aufseß
folgen wir dem
Main-Donau-Weg
nach Draisendorf
und Wüstenstein. Hier queren wir das Tal. Unsere Wandermarkierung
ist jetzt: gelber Punkt. Auf dem "Eselsweg" kraxeln wir zum
Oberdorf hinauf, vorbei an Schloss und Kirche. Beim Friedhof
biegen wir in die Feldflur ein. Über die Jurahochfläche geht es
nach Leidingshof. Am Dorfeingang senkt sich der Wanderpfad in das
natürlich belassene Leidingshofertal mit Wacholderbeständen, Felsen,
einem "Widder" und dem klaren Mathelbach. Schnell sind wir
in Veilbronn, dem viel besuchten Wanderstandort im Leinleitertal.
4. Tag:
Streitberg-Gößweinstein (ca. 18 km; Gehzeit 5 Stunden)
Die heutige Tagesroute gehört zu den klassischen Wanderstrecken der Fränkischen Schweiz. Victor von Scheffel ist sicher mehr als einmal auf ihr unterwegs gewesen. 6 Tafeln mit Versen aus dem" Exodus cantorum" stehen an ihr. Auf der ersten am, "Dorfplatz" in Streitberg, ist der Vers zu lesen, der wie kein anderer aussagt, wie begeistert Scheffel von dieser Landschaft war. Am "Schwarzen Adler" vorbei wandern wir durchs Schauertal zur Streitburg. Von der einst großen Burganlage sind nur wenige Mauerreste übrig. Trinkfeste Ritter haben hier lange gelebt. Scheffel ist ihnen nicht mehr begegnet, wie man den Worten am Burgtor entnehmen könnte. Anfang des vorigen Jahrhunderts ist die Burg abgerissen worden. Für die nächsten 4 Stunden sind wir auf dem "Heinrich-Uhl-Weg, Längsbalken-rot, unterwegs. Bergauf, bergab verläuft er. Zur Muschelquelle und ins Lange Tal hinunter, den Sommerrangen und Brünhildenstein hinauf, nach Muggendorf hinunter. Dort, an der Wiesent steht die Tafel mit dem Lobpreis des "Bergströmleins frisch und gut" und seiner "Forellen". Am Dooser Berg, nahe der Kirche, nehmen wir unsere Markierung, Längsbalken rot, wieder auf. Auf dem Felsensteig überwinden wir 200 m Höhenunterschied bis zur Oswaldhöhle. Der Wanderweg führt durch (!) diese Höhle zum Quakenschloss und dem "schwindelhohen Adlerstein". „Zum schwindelhohen Adlerstein
Kurz vor Engelhardsberg biegt der
"Heinrich-Uhl-Weg" nach rechts ab. Durch eine
abwechslungsreiche Wald- und Feldflur kommen wir nach Moritz und zum
Pfaffenstein. Danach überrascht uns nach dem Verlassen eines
Waldstücks ein zauberhafter Blick auf
Basilika
und
Burg Gößweinstein.
Wenig später verlassen wir an einer
großen Waldwiese den
"Heinrich-Uhl-Weg". Hinweisschilder weisen zur
Stempfermühle. Noch heute sprudeln, wie zu Scheffels Zeiten, bei
dem Mühlenwirtshaus "stark und kühl drei nah
vereinte Quellen . . . zur Wisunt Durch das Naturschutzgebiet des
"Wasserbergs" steigen wir auf dem Napoleonssteig, blauer
Punkt, über Steinstufen und Treppen durch die Felswand nach
Gößweinstein
hoch. An der Scheffel-Tafel beim Rathaus stehen wir unvermutet mitten im Ort.
5. Tag:
Pottenstein-Tüchersfeld (ca. 15 km, Gehzeit: 4
Großartig die Felskulisse, faszinierend der Blick auf die über 1000-jährige Burg über dem Städtchen Pottenstein. Zur Wanderung biegen wir beim Fachwerkbau der Kohlmühle ins Püttlachtal ein. Wir folgen dem "Emil-Riedel-Weg", grüner Punkt, der beim Wald-Cafe zum Hasenloch und zur Hofmannskapelle auf die Jurahochfläche hinaufführt. Durch eine interessante Trockenrasen- und Heckenlandschaft gelangen wir zu einem Aussichtspunkt mit Windrose. Der Ausblick macht deutlich, wie felsenreich die Umgebung des ehemaligen bambergischen Amtsstädtchens ist und wie wehrhaft die Burg gelegen. Wir nehmen uns Zeit sie zu besuchen. Solange wie Scheffel "beim Becherruck" und "Jägerlied" dürfen wir nicht bleiben. Wir müssen zurück zur alten Markierung: grüner Punkt, wandern am Landschulheim vorbei zum Felsenbad und dem Schöngrundsee im Weihersbachtal. Am gegenüberliegenden Talrand verläuft der Wanderweg zur Teufelshöhle, der größten Tropfsteinhöhle des Frankenjura. Dort machen wir kehrt und wandern zurück nach Pottenstein, ganz gebannt vom Blick auf die Felsenburg. „Dank auch, auf Albuinos Schlos Nächstes Wanderziel ist Tüchersfeld, das wir
Püttlach
abwärts auf dem
"Leo-Jobst-Weg",
rotes Kreuz,
erreichen. Wegen der bizarren Felsauftürmungen, Scheffel nennt
sie "schmalspitz wie eine Nadel: sind wir ganz
entzückt vom Anblick dieses Ortes. Fachwerkhäuschen kleben
an den Dolomitnadeln, früher standen sogar noch zwei Burgen
darauf. Am Platz der Unteren Burg, auch Judenhof genannt wegen eines
Ghettos im 18. und 19. Jahrhundert, lädt heute das
Museum Fränkische Schweiz
zum Kennen lernen von
Geschichte und Kultur unserer
Landschaft ein. Wer noch Lust hat, kann auf den Fahnenstein
klettern oder auf dem
"Leo-Jobst-Weg" noch bis
Behringersmühle
wandern. 6. Tag: Walberla-Moritzkapelle- Pretzfeld (ca. 22 km, Gehzeit: 5 1/2 Stunden). Die Bahn bringt sie im „Bayerntakt" nach Kirchehrenbach wo die Wanderung beginnt. Wir wandern auf dem "Westlichen Albrandweg", Längsbalken rot, durch Kirchehrenbach zur Ehrenbürg, mit ihrem Doppelgipfel Walberlaberg und Rodenstein. Das von Scheffel erwähnte Frühlingsfest Anfang Mai wird noch heute von Tausenden auf dem Berg gefeiert. Beim Abstieg stoßen wir bei einer Wandertafel auf die gelbe-Kreuz-Markierung. Sie bringt uns nach Leutenbach und zur romantischen Moritzkapelle. „Ob Forchheim bei Kirchehrenbach Nach Pretzfeld hinüber folgen wir zunächst dem an der Straße beim Mirakelbruunen beginnenden, mit grüner Schrägstrich gezeichneten Wanderweg. Vom Erbesbühl (563 m) ab bleiben wir auf der mit kreuz- rot ausgewiesenen Route über den Reisberg nach Pretzfeld. Zu einem Blick in die St. Kilianskirche sollte es reichen. Auf dieser Wanderung zum Walberla und nach Pretzfeld erblickt das Auge, soweit es reicht, immer wieder große Obstbaumbestände. Wir sind im "Kirschengarten der Fränkischen Schweiz"! Den Marktflecken Pretzfeld verlassen wir auf der Straße nach Ebermannstadt. Bei einem Parkplatz biegen wir der Längsbalken-blau-Markierung folgend zu den Pretzfelder Kellern, ca. 50 noch genutzte Keller im Doggersandstein, ein. An unserem Weg liegt auf dem Berg ein großer Judenfriedhof. Im weiteren Verlauf der Markierung gelangen wir auf schönen Wald- und Saumpfaden zum Schlüsselstein und zur Wallerwarte, mit herrlichen Ausblicken ins Wiesenttal, auf Ebermannstadt und die Jurahochfläche. Kurz und steil ist der Abstieg in die ehemalige Kreisstadt an der Wiesent. Von der letzten Scheffel-Tafel beim "Wasserschöpfrad" lassen wir uns zu neuen Wanderfahrten ermutigen!
„... Und schaut der Zeh zum Schuh heraus
Einkehr: Kirchehrenbach,
Leutenbach,
Pretzfeld.
Bitte informieren Sie sich mit den vorliegenden Broschüren über die Öffnungszeiten der Ausflugsziele, der Burgen, Höhlen und Museen und der sonstigen Angebote für Sport- und Freizeit. Vieles lässt sich mit der Wanderung verbinden. Ebenfalls erhalten Sie den Bus- und Zugfahrplan sowie weitere Infos zum ÖPNV. Für die Wanderungen empfehlen wir die Mitnahme einer Fränkische Schweiz -Wanderkarte. Auskunft erhalten Sie in der Touristinformation, Bahnhofstraße 5, 91320 Ebermannstadt Tel. 09194/50640, Internet: www.ebermannstadt.de, E-Mail: touristinfo@ebermannstadt.de Victor von Scheffel, Stationen seines Lebens:
(Aus der Broschüre des Fränkische Schweiz Vereins e.V. übernommen: „Mit Viktor von Scheffel durch die Fränkische Schweiz".) August 2006 |
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