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Direktvermarkter

Hofladen und Direktvermarktung Singer

Hausen, Heroldsbacher Straße 42a

Nachhaltiger Gemüse- und Obstanbau im Freiland

Daniel Singer blickt über seine Gemüsefelder und lächelt zufrieden: „Die Arbeit in der Natur ist für mich das Schönste. Ich möchte wirklich nichts anderes machen.“ Gemeinsam mit seinem Bruder Andreas bewirtschaftet er insgesamt 40 Hektar Ackerland, Obstwiesen und Wald rund um Hausen, 4 km südlich von Forchheim. Jetzt im Juni ist Hochsaison, denn Spargel und Erdbeeren sind reif und wollen geerntet werden.

Kurze Wege vom Feld in den Laden sind vor allem bei Erdbeeren und Spargel wichtig

Daniel Singer bückt sich, zupft eine Erdbeere und probiert sie: „Am liebsten esse ich die Erdbeeren frisch vom Feld.“ Er vertritt den naturnahen Anbau und das bedeutet auch den weitgehenden Verzicht auf Spritzmittel. 2020 ist ein gutes Jahr für die Erdbeerernte, trotz Corona. Daniel Singer hat alle Hände voll zu tun, seinen Hofladen mit Nachschub zu versorgen. Dass es hier gute Erdbeeren gibt, hat sich unter den Kunden längst herumgesprochen. Denn Familie Singer hat sich auf besondere Sorten spezialisiert, die sehr aromatisch schmecken und erst geerntet werden, wenn sie wirklich reif sind. Zum Beispiel die Sorte Korona - sie hieß übrigens schon immer so. Tiefrot hängen die Erdbeeren an den Stängeln, die streng genommen zu den Sammelnussfrüchten zählen. Eine Geschmacksprobe überzeugt: diese Erdbeeren verdienen ihren Namen. Im Handel gibt es sie nicht zu kaufen, weil die Sorte nicht lagerfähig ist. Kurze Wege vom Feld in den Laden, wie hier bei den Singers, sind besonders bei leicht verderblichen Produkten wichtig - bei den Erdbeeren genauso wie beim Spargel.

Spargel ernten ist harte Handarbeit

Nur einen Katzensprung von den Erdbeeren entfernt, wächst der Spargel. Heute an einem sonnigen Junitag sind drei Erntehelfer im Einsatz. Spargel zu ernten ist nach wie vor reine Handarbeit: „Wir werden nie wieder einen Ton über den Spargelpreis sagen“, lacht Sven. Sven ist normalerweise Koch bei der Messe Nürnberg. Doch die Corona-Pandemie machte vorerst Schluss mit dem Catering der Messeveranstaltungen. Kurzerhand fragte Sven bei dem Spargelbauern, der ihn sonst mit den weißen Stangen belieferte, ob er nicht Unterstützung brauche. Und ob! Seit einigen Wochen ist Sven nun Erntehelfer und sticht ab früh um 7 Uhr bis nachmittags Spargel. Die Arbeit auf dem Feld ist anstrengend, erst recht wenn man sie nicht gewohnt ist. Vor allem der Rücken tut am Abend weh. „Die Leute sollten mal wissen, wie es ist, Spargel zu stechen! Man ist ständig in gebückter Haltung, egal ob es regnet oder ob bei 30 Grad die Sonne brennt“, lacht Sven. Und er führt es gleich selbst vor: Den reifen Spargel, der aus der Erde spitzt, suchen, mit der linken Hand die Erde etwas aufgraben, mit der rechten Hand das Messer ansetzen, zustechen und den Spargel aus dem Beet heben. So geht Spargel stechen.

Spargelfelder sind auch für Bienen wichtig

Nach der Erntezeit, wenn die Spargelpflanzen blühen, werden die Spargelfelder zu Bienenweiden. Denn Spargel wächst gut und gern 10 Jahre am selben Ort. Das, was wir von April bis Juni als Spargel kaufen, sind die abgeschnittenen, unterirdischen Sprossen der Spargelpflanze. Wenn die Zeit der Spargelernte vorbei ist, treiben die Pflanzen aus und blühen bis weit bis in den September – zu einer Zeit, in der viele Wiesen schon gemäht sind.

Freilandanbau ist nachhaltig und energiesparend

Gleich neben den Spargelfeldern wachsen Bohnen und Kohlrabi, daneben reihen sich Kopfsalat, Eichblatt, Weißkohl, Lauch, Karotten und Kürbisse aneinander. Daniel Singer ist überzeugt vom Freilandanbau. Er verzichtet auf beheizte Gewächshäuser, die viel Energie benötigen und setzt stattdessen auf lockeren Boden und regelmäßige Bewässerung. Mit der richtigen Planung, kann er fast das ganze Jahr über ernten. Wenn Spargel- und Erdbeerernte vorbei sind, gibt es schon die ersten Kartoffeln, außerdem Brokkoli, Blumenkohl, Salat, Lauch, Zwiebeln und Kürbisse. Eine beeindruckende Vielfalt an Gemüse wächst auf seinen Feldern im Regnitzgrund. Die Erntehelfer aus Deutschland und Rumänien haben alle Hände voll zu tun, das Unkraut im Zaum zu halten. „Ich hacke lieber das Unkraut raus, als Pestizide zu sprühen“, erklärt der sympathische Landwirt. Das gleiche gilt auch für seine Obstwiesen. Die werden von Daniel und Andreas gemäht und gemulcht. Das Ergebnis: Unter den Apfel- und Birnenbäumen gedeihen kräuterreiche Wiesengesellschaften in denen es summt und brummt – ein Paradies für Insekten.

Weihnachtsbäume in Hausen

Daniel Singer wurde die Landwirtschaft quasi in die Wiege gelegt. „Solange ich mich erinnere, habe ich einen Gemüsegarten gehabt“, erzählt er. Mit 12 Jahren begann er, seine ersten Weihnachtsbäume anzupflanzen. Auch in einem Weihnachtsbaum steckt viel Arbeit, die man nicht gleich auf den ersten Blick sieht, denn die Bäume brauchen einen regelmäßigen Formschnitt, damit sie so wachsen, wie der Kunde es wünscht. Und was viele nicht wissen: Auch Weihnachtsbäume müssen im ersten Jahr nach der Anpflanzung regelmäßig gegossen werden, damit sie gut anwachsen. Bäume sind Daniel Singers Steckenpferd.

Süße kleine, kernlose Trauben

Nach einer Ausbildung als Gemüsegärtner arbeitete er zunächst in der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Bamberg, danach führte ihn sein Weg nach Oberösterreich auf einen Biobauernhof. In Veitshöchstheim absolvierte er schließlich seine Meisterprüfung zum Gartenbautechniker, bevor er im Jahr 2012 den elterlichen Hof übernahm. Die Gegend in Mainfranken inspirierte ihn schließlich auch dazu, einen Weingarten in Hausen anzulegen. Gut für seine Kunden, denn im September kann man im Hofladen der Singers süße, kernlose Weintrauben kaufen.

Der Hofladen

Im Hofladen herrscht heute an einem Donnerstagvormittag reges Treiben. „Dabei ist es heute eher ruhig“, lacht Monika Singer. Sie ist die gute Seele des Hauses und führt den Laden gemeinsam mit ihrer Tochter Theresa. „Wir haben rund 80-85% Stammkunden“, schätzt Monika Singer. „Unsere Kunden wissen, dass sie gute Lebensmittel aus der Region bekommen. Was bei uns nicht wächst, das kommt auch nicht in den Laden.“ Befreundete Direktvermarkter wie die Familie Kormann aus Moggast, Familie Alt aus Seidmar oder die Forellenzucht der Schwegels aus dem Wiesenttal ergänzen das frische Gemüseangebot um Marmeladen, frisches Rindfleisch oder Forelle. „So können die Kunden bei uns eine große Palette kaufen“, erklärt Monika Singer. „Und wenn jemand nur kleine Kartoffeln möchte, dann bekommt er die eben“, lacht sie.

Einmal in der Woche macht sich ihr Mann Konrad Singer auf den Weg in die Fränkische Schweiz und beliefert die Gastronomiebetriebe zwischen Kirchehrenbach und Behringersmühle. Der Gasthof Ott in Oberleinleiter, der Gasthof Sonne in Kirchehrenbach, der Dorfladen Aufseß und der Gasthof Rothenbach in Aufseß zählen beispielsweise zu den langjährigen Kunden der Familie Singer.

„Durch unsere Direktvermarktung sind wir nah am Kunden und machen viel Aufklärungsarbeit“, erzählt Daniel Singer. Schulklassen und Kindergartengruppen sind willkommen, um bei einem sogenannten „Praxistag“ auf dem Feld mitzuhelfen. Besonders beliebt bei den Kindern ist die Kartoffelernte. Auf dem Feld zu arbeiten, bedeutet auch aus erster Hand zu erfahren, wo und wie Gemüse und Obst wachsen.

Viel Platz für Legehennen

Ein weiteres wichtiges Standbein für die Familie sind die Legehennen. Sie leben in einem großen Hühnerstall mit viel Auslauf. Auch hier legt Daniel Singer Wert auf Regionalität, denn sowohl Einstreu, als auch Futter für seine Tiere stammen von seinen Feldern. Daniel Singer fasst seine Philosophie ganz einfach so zusammen: „Ich kann meinen Betrieb nur ehrlich und nachhaltig aufbauen, sonst kann ich meinen Kunden nicht mehr in die Augen schauen.“ Seine vielen Stammkunden danken es ihm.

Besonderheiten:

  • Am Hof der Familie Singer steht auch ein Hofautomat, in dem man Wurst, Grillfleisch, Milch, Marmeladen, Nudeln und Eier außerhalb der Öffnungszeiten bekommt.
  • Auch Führungen für Kindergärten und Schulen sind möglich, beliebt sind auch die Praxistage während der Kartoffelernte
  • Im Dezember dürfen sich Besucher auf der Christbaumplantage ihren Weihnachtsbaum aussuchen, der frisch vor Weihnachten gefällt wird, damit er die Nadeln lange hält.
  • Familie Singer bietet auch einen Lieferservice für die fränkische Gastronomie an

Produkte aus dem Freilandanbau:

  • Spargel
  • Erdbeeren
  • Kartoffeln, auch das Bamberger Hörnla
  • Eier
  • Freilandgemüse wie Salat, Kohl, Sellerie, Zucchini, Bohnen
  • Obst, zum Beispiel Äpfel, Birnen, Weintrauben
  • Weihnachtsbäume

 

Öffnungszeiten

Dienstag und Sonntag ist Ruhetag. Außer in der Spargel- und Erdbeerzeit. Dann ist der Hofladen täglich geöffnet.

Preisinfos

Eintrittspreise

Kontakt

Singers Bauernladen

Betreiber

+49 9191 31797

info@singers-bauernladen.de

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