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Felsenloch

Höhlen / Geotope
 - Uli Prugger

01/01 - Uli Prugger - Vitrine im ArchäologieMuseum Forchheim: Funde aus dem Felsenloch bei Plech

Fundort von Schmuck, Geschirr und Scherben aus der Bronzezeit sowie Knochenresten von 49 Menschen.

Das Felsenloch, eine Schachthöhle, wurde 1967/68 durch die „Forschungsgruppe Höhlen und Karst Franken e.V.“ unter Anleitung von R. A. Maier vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege archäologisch untersucht. Die ältesten Funde stammen aus der Frühen Bronzezeit (1800-1600 v. Chr.). In zwei jüngeren Schichtpaketen barg man Skelettreste von 49 Menschen, darunter Männer, Frauen und Kinder. Außerdem fanden sich Keramikgefäße und Bronzeschmuck aus der Spätbronzezeit, der sog. Urnenfelderkultur (ca.1000- 800 v. Chr.) als auch aus der Eisenzeit, d.h. Der Späthallstatt-/...

Das Felsenloch, eine Schachthöhle, wurde 1967/68 durch die „Forschungsgruppe Höhlen und Karst Franken e.V.“ unter Anleitung von R. A. Maier vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege archäologisch untersucht. Die ältesten Funde stammen aus der Frühen Bronzezeit (1800-1600 v. Chr.). In zwei jüngeren Schichtpaketen barg man Skelettreste von 49 Menschen, darunter Männer, Frauen und Kinder.

Außerdem fanden sich Keramikgefäße und Bronzeschmuck aus der Spätbronzezeit, der sog. Urnenfelderkultur (ca.1000- 800 v. Chr.) als auch aus der Eisenzeit, d.h. Der Späthallstatt-/ Frühlatènekultur ( ca. 600-400 v. Chr.). Zum Bronzeschmuck gehören zwei Ringe eines Kopfschmucks (sog. Schläfenringe), vier Armringe mit Knotenverzierung, zwei Ohrringe und ein großer, massiver Bronzering, vielleicht ein Hals- oder Kopfring. Amulettcharakter besitzt eine dreifach gelochte Scheibe aus Keramik, die solche aus Schädelkalotten nachahmt. Auffallend ist, dass vor allem Kinder Armringe oder einen großen Ring trugen.

Während R. A. Maier das Felsenloch als Opferplatz interpretierte, tendiert man heute dazu, hier einen Bestattungsort der Spätbronzezeit sowie der Eisenzeit zu sehen. Im Unterschied zu Gräberfeldern aus diesen Zeiten fällt in der Höhle der hohe Anteil von Kleinkindern auf, den besonders gefährdeten Personen in vorgeschichtlichen Zeiten. Dies spricht für einen Bestattungsort von kleinen Siedlergemeinschaften der Spätbronze- sowie Eisenzeit. Weshalb bestimmte Siedlergemeinschaften oder Personengruppen zu bestimmten Zeiten Höhlen als Bestattungsplätze wählten und nicht wie ansonsten üblich, auf Gräberfeldern ihre Toten bestatteten, entzieht sich aber noch unserer Kenntnis.

(Text: Norbert Graf)

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