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Am Nüssleinbrunnen, 96129 Strullendorf(262 m über NN)
Die Brunnenanlage „Das Leben“ (1910), eine kunstvolle Schöpfung im Jugendstil, eine Kombination aus Marmorrelief und Bronzeplastiken, die vor der Turnhalle der Grund- und Mittelschule Strullendorf steht, befand sich bis zum Frühjahr 1970 im Park von Haus Rüttinghausen in Tutzing bei München. Der Park des Sammlers Dr. Sack war nach dem Vorbild der Gärten der römischen Villa Borghese umgestaltet worden, vermutIich unter maßgeblicher Mitwirkung des Schöpfers der Brunnenplastik Christof Nüssleins.
Die Standortveränderung des Kunstwerks, aufgrund des Bestrebens der Gemeinde Strullendorf, wurde von den zuständigen Behörden nur deshalb genehmigt, weil anerkannt wurde, dass die Gemeinde damit ein Werk eines heimischen Künstlers erwerben wollte.
Der Künstler selbst, Christof Nüsslein wurde am 11. März 1869 als achtes Kind einer Strullendorfer Familie geboren. Früh erkannte der Ortspfarrer Arnold sein Talent für das Modellieren und vermittelte ihm eine Lehre beim Bamberger Bildhauer Philipp Dorsch, dem führenden Meister der Stadt. Nach den Lehrjahren folgten Wanderjahre, die ihn nach Berlin führten, wo er vier Jahre lang die Berliner Handwerkerschule und Kunstschule besuchte. 1893 wurde er an der Münchner Akademie der Bildenden Künste aufgenommen und studierte u.a. bei dem bekannten Bildhauer Balthasar Schmitt. Zwischen 1900 und 1906 lebte er als Stipendiat in Rom, wo er zeitweise an Depressionen litt, aber weiterarbeiten konnte. Die Rückkehr nach Deutschland führte ihn wieder nach München, wo auch um 1910 der Brunnen entstand, später nach Kassel und Würzburg. Nüsslein lebte häufig unstet, in finanzieller Unsicherheit und in Phasen schwerer Armut. Christof Nüsslein starb am 23. Februar 1943 in München. Sein Grab befindet sich im Münchner Nordfriedhof.
Die großartige Brunnenplastik „Das Leben“ steht als singuläres Zeugnis einer bedeutenden künstlerischen Arbeit. Sie verweist auf das außergewöhnliche Können eines Künstlers, über dessen Schaffen wir nur sehr wenig wissen. Viele Unterlagen zu seinen Werken gelten als verschollen, und wurden teils durch Brand vernichtet. Durch die Ablehnung des Nationalsozialismus war er von öffentlichen Aufträgen ausgeschlossen, folglich stand ihm auch das Haus der Kunst in München für Ausstellungen nicht offen.
Siehe dazu die ausführliche Dokumentation in: Heinrich Hopf, Strullendorf. Beiträge zur Geschichte eines bambergischen Kammerdorfes, Strullendorf 1977, S. 355—363.
Autor des Textes: Peter Frank, Strullendorf, Dezember 2025
Bitte beachten Sie: In den Wintermonaten während der Frostperiode ist der Brunnen mit einer Holzverschalung verkleidet und daher nicht zu besichtigen, das Wasser ist abgeschaltet. Ab ca. März / April wird der Brunnen wieder in voller Pracht zu besichtigen sein.