Ewige Anbetung mit Lichterprozession
Erleben Sie den traditionellen Beschluss der Ewigen Anbetung in der Fränkischen Schweiz!
Einzigartig in ganz Bayern sind die Lichterprozessionen, die zum Beschluss der "Ewigen Anbetung" durch die Dörfer der Fränkischen Schweiz ziehen. Ein kleiner Ort im Tal, umgeben von etwa 150 Meter hohen Felswänden, wird dabei mit unzähligen kleinen Holzfeuern bestückt; diese Bergfeuer werden zu dem Zeitpunkt entzündet, an dem eine kirchliche Prozession zum „Ende der Ewigen Anbetung“ durch den Ort beginnt – in der Regel nach Einbruch der Dunkelheit.
Die Straßenlichter gehen aus, Glockengeläut ertönt, eine Blaskapelle stimmt uralte Melodien an und die Menschen singen katholische Lieder. Die Lichterprozessionen sind ein wunderschönes Brauchtum, das Sie nicht verpassen sollten.
Sehr beeindruckend sind zum Beschluss der "Ewigen Anbetung" die Lichterprozessionen in Nankendorf, Obertrubach und Pottenstein. Dort werden tausende von Besuchern erwartet. Nicht weniger besinnlich, aber doch etwas ruhiger geht es in den Orten Oberailsfeld und Wichsenstein zu.
Da es sich beim Beschluss der "Ewigen Anbetung" um einen kirchlichen Brauch handelt, werden die Zuschauer gebeten den Sinn des Festes zu respektieren, keine Kracher oder Raketen zu zünden und die Prozession nicht durch Lärm zu stören.
Oberailsfeld, Oberailsfeld, 95491 Ahorntal
Jährlich am 20. Dezember tauchen ca. 100 Holzfeuer die Berghänge rund um das Dorf Oberailsfeld in ein phantastisches Licht!
Die Entstehung der Ewigen Anbetung
in der Fränkischen Schweiz
Die Ewige Anbetung gehört zu den prägenden religiösen Traditionen der Fränkischen Schweiz. Ihre Wurzeln reichen in das 18. Jahrhunder zurück, als der katholische Glaube das gesellschaftliche Leben in der Region stark bestimmte und kirchliche Feste wichtige Orientierungspunkte im Jahreslauf waren.
Einen entscheidenden Impuls erhielt die Ewige Anbetung im Bistum Bamberg unter Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim (1719–1779). In einer Zeit politischer und sozialer Veränderungen förderte er gezielt Formen der religiösen Erneuerung und stärkte die eucharistische Frömmigkeit. Dazu gehörte auch die Einführung und feste Ordnung der Ewigen Anbetung in den Pfarrgemeinden seines Herrschaftsgebiets.
Die Grundidee war einfach und zugleich eindrucksvoll: Jede Pfarrei erhielt einen festen Tag im Jahr, an dem das Allerheiligste in der Kirche ausgesetzt wurde. So sollte über das gesamte Jahr hinweg eine ununterbrochene Kette des Gebets entstehen – von Ort zu Ort, von Gemeinde zu Gemeinde. Diese Tage wurden als sogenannte "Beschlüsse der Ewigen Anbetung" festgelegt und langfristig im kirchlichen Kalender verankert.
Gerade in der Fränkischen Schweiz fand diese Tradition schnell großen Zuspruch. Die enge Verbundenheit der Menschen mit ihrer Kirche und ihrem Ort führte dazu, dass sich um die Tage der Ewigen Anbetung bald feste Bräuche entwickelten. Neben Gottesdiensten und stiller Anbetung entstanden feierliche Prozessionen, die später vielerorts als Lichterprozessionen gestaltet wurden. Sie machten die religiöse Tradition auch im Ortsbild sichtbar und schufen besondere, stimmungsvolle Momente.
Bis heute sind die Beschlüsse der Ewigen Anbetung in vielen Orten lebendig geblieben. Sie erzählen von einer Zeit, in der Glaube, Gemeinschaft und Alltag eng miteinander verbunden waren – und sie geben Besucherinnen und Besuchern einen authentischen Einblick in die religiöse Geschichte und das kulturelle Erbe der Fränkischen Schweiz.